Itsuko Hasegawa, Jardin et musée du Fruit, Yamanashi, 1996 (Foto: Itsuko Hasegawa)

Japan-ness - japanische Architektur

Barbara Grech   11.09.2017 | 16:55 Uhr

Japonisme - so nennt man in Frankreich die Japan-Verliebtheit der Franzosen. Und in der Tat gibt es schon eine sehr lange, kulturelle Verbindung zwischen Frankreich und Japan. Diese Tatsache hat nun das Centre Pompidou in Metz aufgegriffen und widmet sich eine ganze Saison lang dem Thema Japan. Eine aktuelle Ausstellung beschäftigt sich mit japanischer Architektur.

"Japan"-Saison im Centre Pompidou Metz
Audio [SR 3, Barbara Grech, 11.09.2017, Länge: 03:07 Min.]
"Japan"-Saison im Centre Pompidou Metz

Willkommen in Utopia. Die Architektur-Ausstellung "Japan-ness" ist voller verrückten, futuristischen Ideen. Und es sind nicht nur Ideen: Viele der gezeigten Entwürfe sind tatsächlich umgesetzt worden, wie die Fotos in der Ausstellung dokumentieren. Und die Ausstellung "Japan-ness - japanische Architektur" wird genau da gezeigt, wo japanische Kultur hingehört: in Centre Pompidou Metz, denn es wurde von einem japanischen Star-Architekten entworfen: Shigeru Ban.

"Japan" - von der Architektur bis zur zeitgenössischen Kunst

Und "Japan-ness - japanische Architektur" ist nur der Auftakt. "Wir bieten eine ganze Saison, die unter dem Motto "Japan" steht und uns die Möglichkeit gibt, einen Einblick in die japanische Kultur zu gewinnen", sagt Emma Lavigne, die Direktorin des Centre Pompidou Metz.

Dass man im Centre Pompidou mit dem Thema "Architektur" startet, hat einen guten Grund: "Japanische Architketen sind die großen Stars in der Szene und gewinnen einen Pritzker-Preis nach dem anderen. Wir zeigen hier, warum das so ist", sagt Lavigne.

Und ab Ende Oktober werde dann auf zwei Stockwerken zeitgenössische japanische Kunst ab den 70er Jahren zu sehen sein. Das heißt: "Sechs Monate lang dreht sich hier im Centre Pompidou Metz alles um Japan.

Bildergalerie

Japan-ness - japanische Architektur

Doch zurück zur aktuellen Architekturausstellung. Bereits in den 50ger und 60ger Jahren war die Architektur in Japan höchst innovativ. Es wurden Gebäude geplant, die es mit jedem Science Fiction-Film aufnehmen könnten.

"Aus westlicher Sicht galt diese Architektur als total utopisch", sagt Frederic Migayrou, der Kurator der Ausstellung. Viele Modelle erinnerten an Sience Fiction Filme, doch für Japaner sei es architektonische Realität gewesen, denn einige der Projekte seien auch umgesetzt worden. "So zum Beispiel ein Hochhaus mit Apartments die aussehen und auch so klein sind wie Raumschiffkapseln". Für uns seien solche Wohnungen damals völlig unvorstellbar gewesen. "Heute sind solche Miniwohnungen auch bei uns Realität".

Diese Ausstellung "Japan-ness" ist ein Parcour, der sich wie ein Städterundgang für den Besucher erschließt und gleichzeitig aufzeigt, wie eng Frankreich und Japan kulturell verbunden sind - und das nicht erst, seit Shigeru Ban das Ufo in Metz erbaut hat. Gerade in Lothringen gibt es schon sehr lange einen kulturellen Austausch mit Japan - zum Beispiel zu sehen in der Sammlung im Kunstmuseum in Nancy.

Über dieses Thema wurde u.a. in der "Region" am 11.09.2017 auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.


Auf einen Blick


Das Centre Pompidou in Metz (Foto: dpa/Fischer)
Das Centre Pompidou in Metz

Japan-ness
Architektur und Städtebau in Japan von 1945 bis heute

9. September 2017 bis 8. Januar 2018

Centre Pompidou Metz
1, parvis des Droits-de-l’Homme

Öffnungszeiten
Montag bis Donnerstag: 10.00 bis 18.00 Uhr
Freitag bis Sonntag: 10.00 bis 19.00 Uhr
Dienstag: Ruhetag

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