Pierre Garnier und Ludwig Harig (1968)

  19.11.2006 | 21:10 Uhr

Französische und deutsche Literatur. Öffentliche Lesung von Pierre Garnier und Ludwig Harig in Saarbrücken mit anschließendem Gespräch (1968).

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Begegnung in Saarbrücken. Französische und deutsche Literatur. Pierre Garnier, Amiens, und Ludwig Harig, Saarbrücken (1968)

"immer weniger sind die menschen von ihrer zugehörigkeit zu einer nation einer klasse einem sprachraum bestimmt und immer mehr von ihrer gesellschaftlichen funktion und ihrem rang im kosmos von impulsen und energien in einer funktionellen und kosmischen gesellschaft muß das gedicht zunächst objekt werden dann energiezentrum" (Pierre Garnier)

Zur Person Pierre Garnier

Pierre Garnier ist 1928 in Amiens geboren. Nach dem Studium der Germanistik in Paris und Mainz arbeitete er als Gymnasiallehrer. In den fünfziger Jahren wurde er als Autor experimenteller Lyrik bekannt. Er schrieb Aufsätze zur visuellen, akustischen und konkreten Poesie.

Mit seiner Frau Ilse Garnier war er Herausgeber der Zeitschrift "Les Lettres". Beide sind die Begründer der poetologischen Konzeption des "Spatialismus". Pierre Garnier übersetzte Gottfried Benn sowie andere deutsche und tschechische Lyriker, daneben auch deutsche Philosophie. Er lebt in der Picardie. "Sekunden" war 1967 das erste ins Deutsche übersetzte Buch des Autors.

Zur Person Ludwig Harig

Ludwig Harig ist 1927 in Sulzbach geboren. 1946 bis 1949 besuchte er ein Lehrerseminar. 1949/50 lebte er als Deutschlehrer in Lyon. Von 1950 bis 1970 arbeitete er als Volksschullehrer im Saarland. Ludwig Harig lernte Max Bense, Elisabeth Walther und Alfred Andersch kennen und veröffentlichte in deren Zeitschriften "augenblick" und "Texte und Zeichen", er schrieb Hörspiele. 1970 ließ er sich vom Schuldienst beurlauben und lebt seit 1974 als freier Schriftsteller. Nach den Sprachexperimenten der sechziger Jahre wandte er sich in den Siebzigern dem erzählenden Schreiben zu. Ludwig Harig erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter 1966 den Kunstpreis des Saarlandes, 1994 den Friedrich-Hölderlin-Literaturpreis der Stadt Homburg, 2006 den Preis der Frankfurter Anthologie.

Die Sendung:  Öffentliche Lesung von Pierre Garnier und Ludwig Harig in Saarbrücken mit anschließendem Gespräch.
Zu Entstehung und Aufführungen von Garniers "phonetischem Gedicht", einer vom Tonband eingespielten Laut- und Geräuschcollage, ließ sich nichts mehr ermitteln. 
Aufnahme: 3. 1. 1968, Funkhaus Halberg, M 3
Erstsendung: 4. 4. 1968, 20.00-21.30 Uhr, SR 2, Reihe "Donnerstagsstudio Literatur"

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