Der Tatort in Beckingen (Foto: SR)

Familiendrama: Verzweiflung wohl Tatmotiv

  03.01.2018 | 10:45 Uhr

Jahrelang schwelende Konflikte und eine tiefe Verzweiflung sind laut Staatsanwaltschaft vermutlich das Motiv für das Familiendrama in Beckingen, bei dem ein Vater seinen Sohn am Neujahrstag erschoss. Das teilte die Staatsanwaltschaft mit. Notwehr sei bei der Tat vermutlich nicht im Spiel gewesen.

Der erschossene 29-jährige Sohn sei wohl drogenabhängig gewesen, sagte der Saarbrücker Oberstaatsanwalt Christoph Rebmann am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Der 64-jährige Vater hatte seinen psychisch auffälligen Sohn am Neujahrstag in Beckingen nach eigener Aussage mit einer Pistole getötet. Danach rief er die Polizei an und gestand die Tat. Er habe Angst vor seinem Sohn gehabt, der schon häufiger Polizeieinsätze ausgelöst hatte.

Die Staatsanwaltschaft verzichtete darauf, Untersuchungshaft zu beantragen. Trotz des dringenden Tatverdachts ist laut Rebmann keiner der drei theoretisch möglichen Haftgründe gegeben. Das wären Wiederholungs-, Flucht- und Verdunklungsgefahr. Bei dem geständigen und nicht vorbestraften Vater liege auf dem ersten Blick kein Mordmerkmal vor. Somit müsse er wohl mit einer Anklage wegen Totschlags rechnen, sagte der Oberstaatsanwalt. Bei der Tat sei vermutlich auch keine Notwehr im Spiel gewesen.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 03.01.2017 berichtet.

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