Greenpeace zündet Feuerwerk in Cattenom (Foto: dpa)

Greenpeace zündet Feuerwerk in Cattenom

  12.10.2017 | 13:07 Uhr

Greenpeace-Aktivisten sind am Donnerstagmorgen auf das Gelände des Atomkraftwerks Cattenom eingedrungen und haben ein Feuerwerk gezündet. Sie wollten zeigen, wie schlecht das AKW gegen mögliche Angriffe von Terroristen geschützt ist. Das Saar-Umweltministerium zeigt sich bestürzt über das Sicherheitskonzept.

Erst am Dienstag hatte die Umweltschutzorganisation Greenpeace einen Bericht veröffentlicht, wonach viele französische und belgische Atomkraftwerke nicht ausreichend gesichert sind. Um das zu unterstreichen, drangen die Aktivisten am frühen Donnerstagmorgen auf das Gelände des AKW Cattenom ein und zündeten in der Nähe eines Abklingbeckens, also dort wo verbrauchte Brennelemente gelagert werden, ein Feuerwerk. Im Anschluss wurden die Atomkraft-Gegner von der Polizei festgenommen.

Video [aktueller bericht, 12.10.2017, Länge: 2:53 Min.]
Greenpeace-Aktivisten zünden Feuerwerk in Atomkraftwerk Cattenom

Eindeutiger Beweis für mangelnde Sicherheitsvorkehrungen

SPD-Staatssekretär Roland Krämer sieht in der Aktion der Greenpeace-Aktivisten einen eindeutigen Beweis für das skandalöse Sicherheitskonzept des Atomkraftwerks. "Niemals hätte es den Aktivisten gelingen dürfen, in die unmittelbare Nähe des Abklingbeckens zu gelangen, in denen abgebrannte Kernbrennstäbe abkühlen", erklärte er. Auch die Videoaufnahme mit einer Drohne in unmittelbarer Nähe des Sicherheitsbereiches beweise die mangelnden Sicherheitsvorkehrungen.

"Dieser Vorfall bestärkt uns in unseren Forderungen gegenüber den französischen Behörden, dass das AKW Cattenom abgeschaltet werden muss, weil es eine erhebliche Gefahr für die Menschen in unserer Region ist", bekräftigte Krämer. Zugleich forderte er vom Betreiber EDF und der Atomaufsichtsbehörde ASN eine lückenlose Aufklärung des Vorfalls, sowie Maßnahmen, wie das Sicherheitskonzept verbessert werden kann.

EDF bleibt gelassen

Reaktionen auf die Aktion der Greenpeace-Aktivisten im Atomkraftwerk Cattenom
Audio [SR 3, Anne Christine Heckmann, 12.10.2017, Länge: 00:54 Min.]
Reaktionen auf die Aktion der Greenpeace-Aktivisten im Atomkraftwerk Cattenom

EDF sieht den Vorfall gelassener. Nach Angaben des Betreibers war die Sicherheit im Atomkraftwerk zu keinem Zeitpunkt gefährdet. Die Aktivisten hätten keinen Zutritt zu den hochsensiblen nuklearen Bereichen gehabt.

Das nur rund zehn Kilometer von der deutschen Grenze entfernt liegende französische Atomkraftwerk Cattenom ist umstritten. In der Anlage kommt es immer wieder zu Pannen. Die Organisation Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs (IPPNW) zählt Cattenom zu den "größten Risiko-Akws" in Europa.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten am 12.10.2017 berichtet

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