Brot mit Nuss-Nougat-Creme (Foto: dpa)

Zuckerfallen zum Frühstück

  28.06.2017 | 00:00 Uhr

Eine Schüssel Cornflakes - und ein Grundschulkind hat schon fast seine Tagesportion Zucker gegessen. Der Zuckerkonsum in Deutschland ist zu hoch, denn der Süßmacher versteckt sich in vielen Lebensmitteln. Die Menge wird häufig unterschätzt.

Zucker schmeckt lecker und ist ein wichtiger Energielieferant. Zu viel davon kann jedoch Karies und Übergewicht fördern. Mit dem Gewicht steigen die Risiken für Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall und Diabetes vom Typ 2.

90 Gramm Zucker nimmt jeder Deutsche pro Tag im Durchschnitt zu sich. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt jedoch höchstens 50 Gramm für Erwachsene und 25 Gramm für Kinder. Beim 1. Deutschen Zuckerreduktionsgipfel in Berlin treffen sich deshalb Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Medizin, Verbraucherschutz und der Lebensmittelindustrie, um über den erhöhten Zuckerkonsum zu diskutieren.


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Süßes Frühstück: Unterschätzte Zuckermenge

Süßes Frühstück ist besonders bei Kindern beliebt. Cornflakes, Nuss-Nougat-Creme und Schokomüsli stehen bei vielen Familien täglich auf dem Frühstückstisch. Doch mit einer Schüssel Cornflakes nimmt ein Kind schon morgens einen Großteil der empfohlenen Zuckermenge zu sich. Frühstückscerealien sind oft kräftig gesüßt, werden aber als gesund beworben. Und viele Nuss-Nougat-Cremes bestehen sogar zur Hälfte aus Zucker.


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Alternativen für 'ungesunde' Schokocreme

Alternative 1: In einem leistungsstarken Mixer Nüsse mit etwas dunklem Kakaopulver, etwas Öl, Vanille oder Zimt (je nach Geschmack) und eventuell etwas Zucker mixen.

Alternative 2: Quark mit dunklem Kakaopulver und einer geschnittenen oder zerdrückten Banane verrühren. Wem die Banane für die Süße nicht reicht, kann einen Teelöffel Honig oder etwas Zucker zugeben.


Verwirrende Nährwertangaben

Wie viel Zucker tatsächlich im Essen steckt, wird gerne unterschätzt. Denn er ist in vielen verarbeiteten Lebensmitteln enthalten, in denen man ihn nicht vermuten würde, etwa in Wurst. Seit 2016 muss der Gesamtzuckergehalt pro 100 Gramm auf Lebensmitteln stehen. Wie viel davon zugesetzte Süße ist, lässt sich daraus jedoch nicht ablesen. Denn Zucker, der natürlicherweise in Früchten enthalten ist, gilt als weniger problematisch. In der Liste der Inhaltsstoffe versteckt sich Zucker zudem oft unter anderen Namen, z.B. Glukosesirup, Gerstenmalzextrakt und Invertzuckersirup.

Die Portionsangaben auf vielen Verpackungen haben noch weniger Aussagekraft. Denn die Portionsgrößen werden von den Herstellern willkürlich festgelegt und sind oft viel zu klein.

Zucker im Kinderfrühstück
Lebensmittel in 100 g in Würfeln
Nuss-Nougat-Creme 55,9 g 18
Gesüßte Cornflakes 37 g 12
Honig 80 g 26
Marmelade ca. 60 g 20
Schokomüsli ca. 13 - 26 g 4 - 8

Die Zuckerangaben stammen aus Stichproben und sind keine repräsentativen Durchschnittswerte.

Nicht nur auf Zucker achten

Zucker entscheidet jedoch nicht alleine darüber, wie gesund ein Lebensmittel ist. Unter den Frühstücksfavoriten von Kindern ist Honig zwar Spitzenreiter beim Zuckergehalt, aber dennoch gesünder als Nuss-Nougat-Creme. Die besteht nicht nur zur Hälfte aus Zucker, sondern auch zu einem Großteil aus Fett, und zwar aus ungesundem Palmöl. Honig dagegen enthält sonst nur noch Wasser und ist Lieferant verschiedener Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente.


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