Die Faszination der verlassenen Orte

  26.10.2017 | 17:43 Uhr

Fabriken, Kraftwerke, Kasernen, ein morbides Schwimmbad: Lost Places, sind verlassene Orte und oft schwer zu finden. Es gibt eine Gruppe im Saarland, die diese Orte aufsucht und die Gebäude und Gegenstände vor Ort fotografiert. Diese Touren und Aktionen sind nicht immer legal und vor allem gefährlich. Die Fotos sind allerdings faszinierend und zeitlos schön.

Die Mitglieder von Lost Place Explorer Saar sind selbst ernannte Urban Explorer, die verlassene Orte und Gebäude aufsuchen und fotografieren. Sie steigen in verlassene Häuser ein, weil deren morbide Schönheit sie fasziniert.

Lost Place Explorer Saar auf Facebook

Auf ihrer Facebook-Seite Lost Place Explorer Saar teilen sie diese Erlebnisse und Bilder mit ihrer Community. Die Orte werden dabei nicht genannt. Denn viele Lost Places sind dermaßen verkommen, das dort eine massive Einsturzgefahr besteht. Einen solchen Ort mit unzureichender Ausrüstung zu betreten kann lebensgefährlich sein. Jederzeit könnte eine Decke herabstürzen und unter den Füßen befindet sich oft morscher Boden. Auch Diebstähle sind keine Seltenheit. Die Orte sollten möglichst so erhalten bleiben, wie sie verlassen worden sind.

"Eine ganz eigene Magie"
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"Eine ganz eigene Magie"
Für Pascale und Andreas sind die "Lost Places" einfach nur faszinierend. Warum man sich trotzdem gut überlegen sollte, auf diese Entdeckungsreise zu gehen, verraten sie im SR 1-Interview mit Daniel Simarro.

Ein Stück Geschichte

Lost Place Explorer Saar rekonstruieren ein Stück Geschichte. Alte Dokumente und Fotos lassen das Leben dieser alten Ruinen und Häuser wieder aufleben. Wie haben die Menschen darin gelebt und was ist passiert, dass es zu diesem Zustand kommen konnte. Verlassene Orte bekommen dadurch eine besondere Magie.

Illegal unterwegs

Andreas und Pascale sind Urban Explorer und wissen, dass sie nach deutschem Gesetz Hausfriedensbruch begehen, wenn sie auf Tour sind. Aber dieses Risiko gehen sie ein. Und das ist auch der Grund, weshalb sie nicht mit Namen genannt werden möchten.

Das Finden verlassener und vergessener Orte ist sehr interessant, aber empfehlen würden sie diese Touren Laien auf keinen Fall. Zum einen ist der Besuch, wie schon erwähnt sehr gefährlich. Andreas und Pascale arbeiten in einem Team und Pascale hat zum Beispiel eine Ersthelferausbildung, damit auch sie direkt eingreifen kann, wenn etwas passiert.

Ein Kunstraum


Für beide ist Urban Exploring ein interessantes Hobby, ein Kunstraum, in dem sie sich ausleben können. Sie wollen Lost-Places im Saarland und Umgebung finden und künstlerisch festhalten. Eine Art Heimatverbundenheit, die ein Stück Vergangenheit erzählt.

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