Schöne Ferien! (Foto: dpa)

Früher in die Ferien

  16.06.2017 | 00:00 Uhr

Die günstigen Reiseangebote haben meistens einen Haken: Sie fallen nicht in die Ferienzeit. Aber warum mit den Kindern nicht einfach ein paar Tage früher in den Urlaub starten? In der Schule ist jetzt sowieso nicht mehr viel los. Doch so einfach geht das nicht. Für eine Unterrichtsbefreiung braucht man triftige Gründe. Urlaub zählt nicht dazu. Wer's trotzdem wagt, riskiert ein Bußgeld.

Nicht mehr lange bis zu den großen Ferien! Nur noch ein paar Tage und die kann man eher locker angehen, denn in den Schulen ist jetzt normalerweise nicht mehr viel los. Die Klassenarbeiten sind geschrieben, die Zeugnisnoten stehen fest, der Lehrstoff ist durch und im Unterricht geht's locker zu.

Früher in die Ferien?
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Früher in die Ferien?
Wie denken Eltern darüber? SR 1 Reporter Marc-André Kruppa hat nachgefragt.

Da verpasst man doch eigentlich nicht viel, wenn man den Start in die Ferien ein paar Tage vorverlegt. Manchen Eltern käme das nämlich sehr entgegen, denn ein paar Tage können schon viel bewirken, sei es dass man günstiger buchen kann oder eben nicht im großen Reisestau auf den Autobahnen stecken bleibt. Und die Schüler haben sowieso nichts dagegen, auf ein paar Tage Schule zu verzichten. Also die Kindern einfach krank melden und dann ab in den Urlaub!? Ist das überhaupt erlaubt?

Es gilt die Schulpflicht
Einfach wegbleiben dürfen die Kinder nicht, denn in Deutschland herrscht Schulpflicht. Geht es um einen bis drei Tage, können meist die Klassenlehrer entscheiden. Und die drücken im Einzelfall schon mal ein Auge zu. Denn natürlich gibt es Situationen, in denen familiäre Anlässe oder besondere Gegebenheiten keine andere Wahl lassen. Aber einfach so früher Ferien machen, davon halten die Lehrer nicht viel.

Unterrichtsbefreiung beantragen
Würden die Kinder länger als drei Tage fehlen, muss die Schulleitung zustimmen. Denn grundsätzlich können Schüler in Ausnahmefällen beurlaubt werden, wenn dafür ein wichtiger Grund vorliegt, z.B. eine große Familienfeier wie eine Hochzeit oder die Beerdigung eines nahen Angehörigen. Die Erlaubnis zum Fernbleiben vom Unterricht müssen Eltern bei der Schule beantragen. Einen Rechtsanspruch auf Unterrichtsbefreiung gibt es allerdings nicht. Jede Schule entscheidet eigenständig auf der Grundlage der Gesetze und Verordnungen des jeweiligen Bundeslandes.

Schwänzen ist eine Ordnungswidrigkeit
Wer seine Kinder also kurz vor den Ferien krank meldet, steht klar im Verdacht, dass hier niemand im Bett liegt, sondern alle vielleicht schon am Strand liegen. Wenn dann die Schule nachhakt und die Eltern kein ärztliches Attest vorlegen können, droht Ärger in Form einer Verwarnung oder eines Zeugniseintrags.

Zudem müssen die Eltern, wenn sie bei einer Kontrolle, zum Beispiel am Flughafen, keine Erlaubnis einer Schulbefreiung vorlegen können, für diese Ordnungswidrigkeit mit einem Bußgeld rechnen. Denn wer keine Erlaubnis der Schule hat, begeht einen Verstoß gegen die Schulpflicht. Und das kann teuer werden. Wie hoch das Bußgeld ausfällt, hängt von der Dauer des Fernbleibens und vom Bundesland ab. Für wenige Tage können aber schon mal einige hundert Euro zusammenkommen.

Kontrollen sind allerdings schon schwierig wegen der unterschiedlichen Ferienzeiten in den einzelnen Bundesländern. Wer also mit Kindern unterwegs ist, bei dem ist es nicht gleich offensichtlich, ob die Kinder die Schule schwänzen oder schon bzw. noch Ferien haben.


Thema auf SR 1 am 16.06.17 bei 'Balser & Mark. Dein Morgen'.

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