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Was tun bei extremen Postings in sozialen Netzwerken?

  07.03.2017 | 05:00 Uhr

Hasskommentare, Fake News, Drohungen - das und noch viel mehr ist wohl mittlerweile zum Alltag in sozialen Netzwerken geworden. Doch sollte man seine Freundesliste aufräumen, wenn man bemerkt, dass Bekannte zum Beispiel die Seite einer extremen Partei liken oder gegen Flüchtlinge hetzen?

Jeder hat wohl schon mal einen Kommentar gelesen, der gegen Flüchtlinge wettert oder eine Nachricht gelesen, die sich am Ende als Fälschung herausgestellt hat. Viele möchten so etwas nicht in ihrer Chronik lesen und entfreunden Bekannte, die solche Beiträge teilen oder "gefällt mir" anklicken. Das ist jedoch der falsche Weg, erklärt SR.de-Redakteur Thomas Braun.

Wie erkenne ich solche Seiten?

Zunächst muss man zwei Gruppen unterscheiden: Menschen mit extremer Gesinnung und Menschen, die schlicht offen und empfänglich für extreme Hetze sind, weil sie schlechte Erfahrungen gemacht haben und denken "jemand spricht hier für mich". Dazu kann man sich die Seiten und Gruppen näher anschauen, die Bekannte teilen oder kommentieren. Durch einen Vergleich mit journalistischen Standards erkennt man recht einfach, welche Seiten hetzen oder Fakenews verbreiten wollen und welche seriös sind. Dazu gibt Thomas Braun zwei Tipps, um unseriöse Seiten zu erkennen:

  • nicht alle Fakten können überprüft werden
  • Fakten und Meinung werden vermischt

Fake News-Seiten oder Seiten, die extreme Gesinnung verbreiten, teilen oft auch Beiträge von seriösen Seiten. Doch den Links werden neue, dramatischere Überschriften gegeben. So glauben User, dass die Ursprungsseite diese Meinung vertritt.

Extreme Gesinnungen auf Facebook
Tipps und Informationen
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Was kann ich tun, wenn ich Fake News erkenne?

Mittlerweile bilden sich Faktencheck-Teams, wie zum Beispiel mimikama.at, die Beiträge in sozialen Netzwerken auf ihren Wahrheitsgehalt prüfen. Solche Teams bekommen auch Hinweise von Nutzern in sozialen Netzwerken, wenn diese vermuten, Fake News oder ähnliches entdeckt zu haben. Außerdem reisen sie durch Deutschland und geben Journalisten Tipps, wie man Fake News erkennen kann, um nicht in die Falle zu tappen, die Nachricht zu melden.

Entfreunden kommt Wegschauen gleich

Wenn man erkennt, dass ein Bekannter einschlägige Seiten teilt oder entsprechende Kommentare schreibt, sollte man ihn nicht entfreunden, rät Thomas Braun. Stattdessen sollte man klar Stellung beziehen und sich so von der extreme Gesinnnung distanzieren. "Mit dem Entfreunden schafft man im Internet zwei Welten", erklärt Thomas Braun. Das führt am Ende dazu, dass User, die extreme Meinungen teilen, untereinander sind und glauben, dass die ganze Welt ihrer Meinung ist.

Um diesen Menschen zu zeigen, dass diese Ansicht nicht von allen anderen geteilt wird, muss man sie damit konfrontieren. Bestenfalls spricht man die betroffene Person direkt an und zeigt ihr mit Gegenargumenten, dass nicht alle so denken.

Über dieses Thema berichtete auch die SR 1 Sendung "Balser & Mark - Dein Morgen" am 7. März 2017.

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