eine Autobahn bei Nebel (Foto: Pixabay / StockSnap)

Autofahren bei Nebel - Licht an oder aus?

  17.11.2017 | 22:24 Uhr

Bei Nebel begegnen dem ein oder anderen Verkehrsteilnehmer immer wieder Autofahrer, die entweder gar kein Licht oder gleich alle Nebel-Lichter angeschaltet haben. Aber was ist korrekt? Wie war das noch mal mit Abstand, Geschwindigkeit, Nebelscheinwerfer und Nebelschlussleuchte? Welche Regeln zu beachten sind, erläutert Bernd Brutscher, Verkehrssicherheitsbeauftragter des Saarlandes.

Die Nebelschlussleuchte - Was ist zu beachten?

Die Nebelschlussleuchte darf nur eingeschaltet werden, wenn eine Sichtbehinderung durch Nebel - und zwar nur durch Nebel – von 50 Metern besteht. Bei allen Sichtbehinderungen, die größer als 50 Meter sind, darf laut Gesetzgebung die Nebelschlussleuchte nicht eingeschaltet werden. Das gilt sowohl innerorts als auch außerorts.

Außerhalb geschlossener Ortschaften ist es übrigens sehr einfach, 50 Meter zu ermitteln: Der Abstand zwischen zwei Leitpfosten auf Landstraßen und Autobahnen beträgt immer 50 Meter. Sieht man also den nächsten nicht, darf die Nebelschlussleuchte eingeschaltet werden.

Ganz wichtig: Sobald die Sicht wieder besser wird, muss die Nebelschlussleuchte wieder ausgeschaltet werden, damit der nachfolgende Verkehr nicht geblendet wird. Wer sich daran nicht hält, riskiert ein Bußgeld zwischen 20 und 35 Euro.

Die Geschwindigkeit

Bei Sichtweiten unter 50 Metern ist eine maximale Geschwindigkeit von 50 km/h erlaubt. Dabei ist es gleich, wo man fährt, ob innerorts, außerorts oder auf der Autobahn. Es gilt aber vor allem: Die Geschwindiglkeit richtet sich nach der momentan herrschenden Sichtbeeinträchtigung. So muss möglicherweise sogar noch langsamer gefahren werden.

Autofahren bei Nebel - Licht an oder aus?
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Autofahren bei Nebel - Licht an oder aus?
SR 1 Moderator Joachim Meyer hat sich bei Bernd Brutscher, Verkehrssicherheitsbeauftragter des Saarlandes, erkundigt, welche Regeln in Sachen 'Licht bei Nebel' zu beachten sind.

Die Nebelscheinwerfer - Welche Regeln gelten?

Die Nebelscheinwerfer dürfen auch bei anderen Sichtbeeinträchtigungen eingeschaltet werden. Neben Nebel gilt dies also auch bei Schneefall oder Regen, aber auch bei nicht-witterungsbedingten Behinderungen wie Staubwolken oder Rauch. Der Gesetzgeber hat nur eine beispielhafte Aufzählung festgelegt.

Aber was versteht man unter einer erheblichen Sichtbeeinträchtigung? Das wird nicht genau definiert, aber man spricht von einer Beeinträchtigung ab 80 Meter. Das heißt, dass Nebelscheinwerfer schon deutlich früher eingeschaltet werden dürfen als die Nebelschlussleuchte.

Weitere Infos und Tipps gibt es auch beim ADAC.


Über dieses Thema hat SR 1 auch am 14.11.2017 in der Sendung "Dein Vormittag" berichtet.

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