Apple-Geschäftsführer Tim Cook präsentiert am 12.9.17 neue Apple-Produkte , darunter das neue iPhone X (Foto: dpa)

Das iPhone X ist da!

dpa   03.11.2017 | 00:00 Uhr

Auf diesen Tag haben viele Fans schon sehnsüchtig gewartet: Das vor einigen Wochen angekündigte iPhone X ist jetzt offiziell zu haben. Damit macht Apple, so Konzernchef Tim Cook, "den größten Schritt nach vorn", seit vor zehn Jahren das erste iPhone auf den Markt kam: kein Home-Button mehr, Gesichtserkennung statt Fingerabdruck-Scanner, Display von Rand zu Rand. Deutlich teurer ist das iPhone X allerdings auch.

Apple will mit einem radikal erneuerten iPhone einen neuen Standard im Smartphone-Geschäft setzen. Mit dem iPhone X will Apple, so Unternehmenschef Tim Cook, der Branche die Marschrichtung für das nächste Jahrzehnt vorgeben.

Beim iPhone X (X steht für 10, nicht für den Buchstaben) füllt der Bildschirm den Großteil der Frontseite aus und der Fingerabdruck-Scanner wurde durch Gesichtserkennung abgelöst. Die neue Technologie hat allerdings auch ihren Preis: Das günstigste Modell mit 64 Gigabyte Speicher kostet in Europa 1.149 Euro, für die teuerste Version mit mit 256 Gigabyte muss man sogar 1.319 Euro hinblättern.

Die größten Veränderungen seit Jahren

Das iPhone X verfügt über das größte Display, das Apple bislang in einem iPhone verbaut hat. Die Bildschirm-Diagonale beträgt 5,8 Zoll bei einer Auflösung von 2436 x 1125 Pixel. Das ist möglich, weil das Display oben und unten fast ohne Rand auskommt.

Mit dem größeren Display ist kein Platz mehr für den gewohnten Home-Button, mit dem man aus jeder Anwendung in das Hauptmenü mit den App-Symbolen zurückkehren konnte. Für diese Funktion wischt man jetzt stattdessen mit dem Bildschirm vom unteren Bildschirmrand hoch.

Face ID

Die Gesichtserkennung Face ID ist mit mehreren verschiedenen Sensoren dreidimensional, damit die Technologie nicht etwa mit einem Foto ausgetrickst werden kann. Die Apple-Software passe sich auch an Veränderungen des Gesichts an - etwa wenn der Nutzer sich einen Bart wachsen lasse, so Apple. Die Daten werden mit Hilfe künstlicher Intelligenz direkt auf dem Gerät ausgewertet. Dank der Analyse soll das Telefon den Nutzer auch mit verschiedenen Frisuren und zum Beispiel mit und ohne Brille erkennen.

Die Gesichtserkennung ersetzt den Fingerabdruck-Scanner nicht nur zur Entsperrung der Telefone, sondern unter anderem auch für das Bezahlsystem Apple Pay. Ein verspielter Nebeneffekt der Technologie sind animierte Emoji, die in Echtzeit die Mimik des Nutzers übernehmen. Außerdem erlauben die Sensoren, die das Display für einen schmalen Streifen am oberen Bildschirmrand unterbrechen, bessere Selfies.

Beim Bildschirm setzt Apple erstmals in einem iPhone auf die OLED-Technologie, also auf organische, selbst strahlenden Leuchtdioden. Sie macht die Farben satter, das Bild kontrastreicher, das Schwarz brillanter.

Das iPhone X besitzt nun auch eine gläserne Rückseite und kann daher kabellos aufgeladen werden; es ist mit drahtlosen Ladegeräten des Qi-Standards kompatibel. Außerdem ist in dem neuen Smartphone ein sehr leistungsstarker Akku verbaut, dessen Laufzeit deutlich über dem seiner Vorgänger liegt.

Verbesserte Kamera

Bei der Kamera kommen – wie beim iPhone 8 Plus – zwei Sensoren und Linsen zum Einsatz. Erstmals sind beide mit einem optischen Verwacklungsschutz ausgestattet. Außerdem ist das Teleobjektiv ein wenig lichtstärker als beim 8 Plus (Blende f/2.4 statt f/2.8). Bei hellem Licht ist im Alltag kaum ein Unterschied zu erkennen. Bei Kerzenschein oder wenig Licht geraten die Bilder des iPhone X ein wenig detailreicher. Spürbar besser als beim iPhone 8 fallen auch die Selfies aus, weil mit der TrueDepth-Technologie erstmals ein spezieller Porträtmodus auch für die Frontkamera angeboten wird. Damit kann man bei Selfies den Hintergrund unscharf erscheinen lassen, so wie bei professionellen Porträtfotos.

Notch-Gate

Mancher wird sich aber an der Aussparung am oberen Bildschirmrand stören, dort, wo die „TrueDepth“-Kamera sitzt. Der dunkle Bereich wurde von Apple-Kritikern spöttisch „the notch“ (die Kerbe) getauft. Bei der Videowiedergabe erscheinen ohnehin schwarze Ränder an den Seiten, so dass hier „the notch“ keine Rolle spielt. Damit Apps komplett in dem länglichen Bildformat dargestellt werden, müssen die Programme auf das neue System angepasst werden. Bei den eigenen Apps hat Apple das schon erledigt: Safari, Mail und die meisten anderen Apple-Apps füllten den Bildschirm im Test komplett aus. Auch Facebook, Instagram, Snapchat, Twitter und viele andere Apps sind schon vorbereitet. Google und etliche andere App-Publisher dagegen müssen ihre Apps noch optimieren. Sie erscheinen derzeit oben und unten mit einem dicken schwarzen Rand.


Auch Thema auf SR 1 am 03.11.2017 in der Sendung 'Balser & Mark. Dein Morgen'

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