Fußball-Schiedsrichter (Foto: dpa/Julian Stratenschulte)

Schiedsrichterschwund im Saarland

Thomas Braml/ Onlinefassung: Anne Schubert   07.08.2017 | 16:02 Uhr

Der 23. Mann ist auf dem Fußballfeld unverzichtbar. Doch immer weniger wollen den Job des Schiedsrichters übernehmen. Im Saarland wird dringend nach Verstärkung gesucht. Der Saarländische Fußballverband hat reagiert und bietet aktuell Schiedsrichterlehrgänge für junge Interessierte an.

Nachwuchssorgen bei saarländischen Schiedsrichtern
Audio [SR 3, Thomas Braml, 07.08.2017, Länge: 02:25 Min.]
Nachwuchssorgen bei saarländischen Schiedsrichtern

Im Saarland werden pro Saison 25.000 Fußball-Spiele absolviert, ohne Schiedsrichter undenkbar. Doch es werden immer weniger, die bereit sind, die Pfeife in den Mund zu nehmen. Aktuell gibt es im Saarland 1076 Schiedsrichter. Vor zehn Jahren waren es noch 200 mehr. "Wir haben einen Generationenwechsel. Wenn die Generation der Ü50-Schiedsrichter wegbricht, haben wir ein echtes Problem", weiß Volkmar Fischer, Schiedsrichterobmann des Saarlandes.

Um für einen glatten Übergang zwischen den Generationen zu sorgen, gab es an der Landessportschule in Saarbrücken am Wochenende ein entsprechendes Schulungsangebot. 15 Jugendliche hatten sich zuvor angemeldet, am Ende kamen nur sechs. "Was wir hier erleben ist leider Gottes die Realität", sagt Fischer. "Das mag zum Teil ein gesellschaftliches Problem sein in puncto Zuverlässigkeit und echtem Interesse. Zum anderen kommt es natürlich auf die Motivation an, die ein Teilnehmer mit sich bringen muss, gerade an einem Wochenende."

Video [aktueller bericht, 07.08.2017, Länge: 4:09 Min.]
Saarländischer Fußballverband bietet Schiedsrichterlehrgänge an

Mischung aus Theorie und Praxis

Auf die sechs Teilnehmer, die den Weg zur Sportschule gefunden haben, warten sowohl Theorie- als auch Praxisblöcke. An zwei Wochenende erlernen sie alles Wichtige rund um den Schirijob und analysieren unter anderem Videosequenzen und klären Regelfragen. Zum Abschluss geht es mit Unterstützung eines erfahrenen Schiedsrichterpaten dann zum ersten Spiel.

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