Bagger im Ludwigsparkstadion. (Foto: SR)

Umbau Ludwigspark wird neu ausgeschrieben

  06.03.2017 | 17:45 Uhr

Der Umbau des Saarbrücker Ludwigsparkstadions soll neu ausgeschrieben, das jetzige Vergabeverfahren gestoppt werden. Das will die Stadtverwaltung dem Stadtrat in einer Sondersitzung empfehlen, wie die Stadt mitteilte. Damit verzögert sich auch die Fertigstellung des Stadions.

Die Stadtverwaltung werde dem Stadtrat in einer Sondersitzung am Donnerstagabend empfehlen, das laufende Vergabeverfahren zum Umbau des Stadions aufzuheben, heißt es in einer Mitteilung der Stadtverwaltung. Das habe Baudezernent Heiko Lukas am Montag den Fraktionsvorsitzenden des Rates mitgeteilt. Die Arbeiten sollen nun erneut europaweit neu ausgeschrieben werden.

Sparideen für die Baustelle Ludwigspark
Audio [SR 3, 07.03.2017, Länge: 3:02 Min.]
Sparideen für die Baustelle Ludwigspark

„Die Frage, wie wir die Kostensteigerung finanzieren können, werden wir vor Ablauf der Zuschlagsfrist am 10. März nicht beantworten können", erklärte Lukas. Ein Aufheben des Verfahrens bringe Zeit, gemeinsam mit Stadtrat und Land das weitere Vorgehen abzustimmen. "Unter den jetzigen Gegebenheiten ist das der einzig machbare Weg, um das gemeinsam von Land und Stadt ausgegebene Ziel zu erreichen: ein funktionsfähiges Stadion in einem ordentlichen Zustand für das Saarland“, betonte Lukas.

Fertigstellung zieht sich hin

Der Kommentar
Blau-schwarze Leiden
Bis der 1 FC Saarbrücken wieder eine eigene Heimspielstätte hat, wird es wohl noch länger dauern. Das jetzige Vergabeverfahren für den Um- und Neubau des Stadions soll gestoppt werden. Die Kosten waren explodiert. Nun soll es neue Einzelausschreibungen geben.

Mit einer neuen Ausschreibung wird sich die Fertigstellung des Ludwigspark-Stadions auf unbestimmte Zeit verzögern, die Rede ist vom Jahr 2019, wenn alles gut geht. Ursprünglich war der Sommer 2018 angepeilt.

Nun sollen die Umbauarbeiten für die neue Haupt- und Osttribüne als Einzelgewerke ausgeschrieben werden. Zwar können dabei die bereits erbrachten Planungsleistungen von gut drei Millionen Euro weiter genutzt werden, allerdings soll es keinen Generalunternehmer mehr geben – es muss laut Stadtverwaltung also noch detailgenauer geplant werden.

Insbesondere der so genannte Generalunternehmerzuschlag hatte die Kosten in die Höhe getrieben – die Stadt war von zehn Prozent der Bausumme ausgegangen. Die beiden Unternehmen, die Angebote vorgelegt hatten, wollten aber fast das Doppelte: 18 Prozent der Bausumme.

Land sichert Zuschuss zu

Innenminister Klaus Bouillon (CDU) kritisierte die Stadt wegen angeblicher Planungsfehler und mangelnder Transparenz am Montag zwar – die Neuausschreibung aber begrüßte er. Gleichzeitig sicherte er zu, dass es beim zugesagten Landeszuschuss über 14,5 Millionen Euro bleibt. Diese Zusage gelte auch, wenn die Stadt nur ein Hufeisen und keine komplette Arena baue.

In der vergangenen Woche hatte das noch anders geklungen. Am Freitag noch hatte Bouillon auf SR-Anfrage gesagt, das Land gebe nur dann den kompletten Finanzierungszuschuss, wenn die Stadt Saarbrücken den vollständigen Zuwendungszweck erfülle.

Video [aktueller bericht, 06.03.2017, Länge: 2:55 Min.]
Neue Ausschreibung für Ludwigsparkstadion

Die CDU im Saarbrücker Stadtrat begrüßte die Entscheidung der Stadtverwaltung. Der Fraktionschef im Stadtrat, Peter Strobel, appellierte an die Beteiligten, jetzt "mit kühlem Kopf" zu überlegen, wie sich die Planungen anpassen lassen, um den Kostenrahmen von 20 Millionen Euro doch noch einzuhalten. Der Landeschef der Saar-FDP, Oliver Luksic, rief Stadt und Land dazu auf, sich zu einem "Stadiongipfel" zu treffen und das Vorgehen zu bereden.

Um mehrere Millionen verkalkuliert

Vor knapp drei Wochen hatte Baudezernent Lukas über die Kostensteigerung beim Ludwigspark-Umbau informiert. Statt wie bisher angenommen 20 Millionen Euro, rechnete er mit 28 Millionen Euro, wenn die Baumaßnahmen wie geplant umgesetzt würden. Ursprünglich waren einmal 16 Millionen Euro veranschlagt worden, aber bereits vor einem Jahr nach oben korrigiert worden.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 06.03.2017 berichtet.

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