Eine Frau sitzt bei verregnetem Wetter unter einem Regenschirm (Foto: dpa/Matthias Balk)

Wenn das Wetter auf die Stimmung schlägt

  28.01.2018 | 08:30 Uhr

Grau in grau: So präsentiert sich das Wetter im Saarland schon seit Monaten. Während die einen damit gut zurechtkommen, schlägt es den anderen auf die Stimmung. Woran das liegt und was man dagegen tun kann, erklärt Emanuel Bubl von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Uniklinik in Homburg.

Gerade in den grauen Herbst- und Wintermonaten, wenn sich die Sonne eher selten blicken lässt, klagen viele über Lustlosigkeit und schlechte Laune. Erklären lässt sich das mit dem Zusammenspiel der körpereigenen Stoffe Melatonin und Dopamin. „Sobald wir Licht abbekommen, wird das Melatonin blockiert und Dopamin steigt an – also der Stoff, der mit Freude, Belohnung und Glück in Verbindung gebracht wird“, so der Mediziner Bubl.

Dementsprechend führe die Winterzeit tatsächlich dazu, dass bei einigen Menschen gehäuft depressive Episoden auftreten. Von einer Erkrankung und nicht mehr nur von einer Verstimmung spricht man nach Einschätzung von Bubl dann, wenn die festgestellten Symptome sich auf den Alltag und die Arbeit auswirken. „Ist es so, dass ich meine Arbeit und meinen Alltag nicht mehr bewältigen kann, sollte in jedem Falle ein Arzt aufgesucht werden. Vor allem, wenn die Symptome über einen längeren Zeitraum beobachtet werden.“

Bei leichten und mittelgradigen Symptomen wird zum Beispiel die Lichttherapie empfohlen. Hier werde der Patient regelmäßig mit einer intensiven Lichtquelle behandelt. Gearbeitet werde mit Lichttherapielampen, die ungefähr 10.000 Lux haben.

Möglichst viel Tageslicht

Die Einnahme von Vitamin D sieht der Mediziner eher skeptisch. „Es gibt viele Menschen, die einen niedrigen Vitamin-D-Spiegel haben und dennoch keine Depressionen haben", so Bubl. Dementsprechend könne man nicht zwangsläufig sagen, dass die Einnahme empfehlenswert sei. Sie könne helfen, sollte aber nicht die einzige Therapie sein.

Grundsätzlich rät der Mediziner, auch in der grauen Jahreszeit trotzdem so gut es geht, rauszugehen. „In der Regel reicht es aus, wenn man täglich 20 Minuten Tageslicht abbekommt.“

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