Eine Zecke auf der Haut. (Foto: dpa)

Was tun beim Zeckenbiss?

Anne Staut   13.06.2017 | 14:46 Uhr

Das schöne Wetter lockt die Menschen nach draußen. Und auch Zecken werden jetzt wieder aktiver. Deshalb sollte man sich bei Spaziergängen schützen. Wie reagiert man richtig, wenn die Zecke trotzdem zugebissen hat?

Auch wenn es nervt - wer sich gegen Zeckenbisse schützt, kann sich viel Ärger ersparen. Deshalb empfiehlt Dr. Ingolf Wolfart bei Spaziergängen in Wald und Feld lange Hosen und langärmelige Kleidung anzuziehen, einen zusätzlichen Schutz böten Insektenschutzmittel wie Autan.

Wer von einer Zecke gebissen wurde, sollte sie zunächst mit Hilfe einer Zeckenzange entfernen, so der Homburger Facharzt für Allgemeinmedizin. Zeckenzangen gebe es in Apotheken, oft reiche aber auch eine einfache Pinzette. "Man sollte die Zeckenzange an der Zecke ansetzen und sie mit einer leichten Drehung aus der Haut rausziehen", erklärt Wolfart. Der Mediziner rät dazu, die Bissstelle danach zu desinfizieren und mindestens acht Tage zu beobachten. Grund dafür ist, dass Zecken Krankheiten wie Borreliose oder Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen können.

"Die Borreliose zeigt sich so, dass sich nach wenigen Tagen um die Bissstelle eine Rötung bildet", erklärt Wolfart. Außerdem könnten weitere Entzündungszeichen wie Brennen oder Juckreiz auftreten. "Dann sollte man unbedingt zum Arzt gehen, der wird dem Patienten dann ein Antibiotikum verschreiben", so Wolfart.

FSME-Risiko im Saarpfalz-Kreis

Auch wer keine Veränderung an der Bissstelle bemerkt, sollte zum Arzt gehen, wenn er sich unwohl fühlt. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) zeigt sich eine FSME-Erkrankung zunächst durch grippeähnliche Symptome, wie Kopfschmerzen. Darüberhinaus führt die Virus-Erkrankung häufig zu Hirnhautentzündungen. Da sich FSME nicht befriedigend behandeln lasse, müssten Patienten mit einem längeren Krankenhausaufenthalt rechnen, so Wolfart. Vorbeugen kann man jedoch mit einer Impfung, denn im Gegensatz zu Borreliose, lässt sich FSME vorab vermeiden.

Besonders wichtig ist diese Impfung für Menschen in FSME-Risikogebieten. Im Saarland stuft das RKI den Saarpfalz-Kreis als FSME-Risikogebiet ein. Wer in diesem Gebiet wohnt, sollte sich auf jeden Fall impfen lassen, emfpiehlt Wolfart. Aber auch sonst rät der Mediziner zur Impfung, damit man auch im Urlaub geschützt ist.

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