Onlineinkauf mit einem Smartophone. (Foto: dpa)

Sicher bezahlen im Internet

Anne Schubert   15.03.2017 | 06:35 Uhr

Online-Shopping boomt: Inzwischen nutzen 80 Prozent der Internetnutzer digitale Bezahlmethoden. Dabei können die Kunden zwischen einer Vielzahl an Zahlungsmethoden wählen. Doch welche sind eigentlich sicher, um sich vor möglichen Betrügern zu schützen? SR.de hat am Weltverbrauchertag nachgehakt.

Ob Bücher, Kleidung oder Spielzeug: Das Einkaufen über das Internet ist zu einer echten Alternative geworden. Es ist bequem und oftmals gibt es sogar preisgünstigere Angebote als im normalen Geschäft. Michael Littger, Geschäftsführer von Deutschland sicher im Netz (DsiN), warnt allerdings vor unseriösen Anbietern und Betrügern. Je nach Zahlungsmethode könnten schnell sensible Daten in die falschen Hände geraten. Nach Angaben des DsiN-Sicherheitsindex sind 2016 5,3 Prozent der Verbraucher Opfer von Betrug beim Bezahlen im Internet geworden.

Nach Littger sind sichere Methoden beim Onlineshopping bezahlen per Rechnung und per Lastschrift. Vermeiden sollte der Kunde möglichst per Vorkasse oder per Nachnahme zu bezahlen. "Das ist beides keine gute Idee. Die Gefahr ist sehr groß, dass der Käufer entweder die Lieferung nicht bekommt oder sie fehlerhaft ist und das Geld dann weg ist", sagt Littger.

Die Sache mit PayPal und Co.

Eine mittlerweile sehr beliebte und auch sichere Bezahlmethode bieten Online-Zahlungsservices wie PayPal oder Click & Buy. Der Onlineshop verweist den Kunden beim Bezahlvorgang auf die Seite von PayPal oder eines anderen Anbieters. Dort kann der Käufer die Zahlung per E-Mail-Adresse und Bankverbindung bestätigen. Allerdings lauern Betrüger im Netz, die den Kunden in die Falle locken wollen, um an vertrauliche Daten zu kommen.

Deutschland sicher im Netz

Deutschland sicher im Netz ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Berlin unter der Schirmherrschaft des Bundesinnenministeriums. Der Verein informiert Verbraucher über digitale Themen, wie "Einkaufen im Internet" und bietet dabei Hilfestellungen. Ein aktuelles Projekt ist die SiBa-App (Sicherheitsbarometer). Die App informiert über aktuelle Bedrohungen im Internet und gibt konkrete Tipps zum Umgang mit potentiellen Gefahren.

Littger erklärt, dass Betrüger dabei zwei Vorgehensweisen haben. Zum einen gebe es unseriöse Onlineshops, die genau darauf warten, dass der Kunde das PayPal-Prinzip verwendet. Der Betreiber führe dann die Käufer nicht auf die offizielle PayPal-Seite, sondern auf eine gefälschte, die der echten sehr ähnlich sehe. Um zu erkennen, dass es sich nicht um die richtige Seite handelt, sollte man auf das Kürzel https:// in der Adresszeile und auf ein Schlosssymbol in der Fußleiste achten. Zum anderen könnten clevere Betrüger sich aber auch genau in den Überleitungsvorgang zwischen Onlineshop und PayPal schalten und so an Passwörter kommen. "Das Ganze nennt man Phishing, das Fischen nach Passwörtern. Um sich davor zu schützen, bietet PayPal einen Sicherheitsschlüssel an, den Kunden kaufen können. Das Gerät erzeugt alle 30 Sekunden einen sechsstelligen Code, den man beim Einloggen angeben muss", erklärt Littger. Anschließend werde der Code ungültig, sodass Betrüger keine Chance haben.

Passwörter nicht auf Computer abspeichern

Um die Sicherheit beim Onlineshopping zu erhöhen, sollten einige Regeln beachtet werden. Passwörter sollten nach Littger nicht auf dem Computer abgespeichert werden. Die Gefahr sei zu hoch, dass der Angreifer sie findet. "Ich weiß es ist ein Dilemma. Man möchte seine Passwörter ja auch dort abspeichern, wo man sie selbst wiederfindet. Aber auf dem eigenen Computer ist definitv der falsche Ort", warnt Littger. Zudem sollten zur Vorsichtsmaßnahme Kontoauszüge regelmäßig kontrolliert und eventuell ein Zahlungslimit bei der Bank angegeben werden. Außerdem sollten Online-Einkäufe nur vom eigenen Rechner ausgeführt werden. In Internetcafés sei die Gefahr zu groß, dass Betrüger die Daten stehlen.

Sollte es trotz dieser Vorsichtsmaßnahmen zu einem Angriff auf persönliche Daten kommen, rät Littger dazu, sofort die eigene Bank und den Anbieter zu kontaktieren und ihnen mitzuteilen, keine Transaktionen in der nächsten Zeit zu tätigen. Außerdem sollten die Zugangsdaten geändert werden, damit keiner mit denen weiter vorangehen kann. Zudem sollte die eigene IT kontrolliert werden. "Es gibt neben Anti-Viren-Programmen auch eine sogenannte Personal Firewall, die wie eine Schranke ist. Sie erlaube nur Webseiten Kommunikationen, denen zuvor der Besitzer zugestimmt hat", erklärt Littger.

DIGITALE BEZAHLMETHODEN IM ÜBERBLICK

Rechnung: Sehr sichere Bezahlmethode. Der Kunde erhält erst das bestellte Paket und kann den Inhalt auf Richtigkeit überprüfen. Erst danach wird die Rechnung beglichen. Falls die Ware zurückgesendet werden soll, muss der Käufer nicht seinem Geld hinterherlaufen.

Lastschrift: Auch das Bezahlen per Lastschrift ist sicher. Der Kunde hat die Möglichkeit, die Lastschrift zurückzufordern, wenn er nicht zufrieden ist. Heißt: Sollte die Ware nicht geliefert oder mangelhaft sein, kann der Kunde das Geld durch seine Bank zurückbuchen lassen.

Kreditkarte: Eine an sich auch sichere Zahlungsmethode beim Onlineshopping. Jedoch sollte der Käufer vorsichtig sein, da er bei der Zahlung per Kreditkarte vertrauliche Daten preisgeben muss. Sollten die Daten in falsche Hände geraten, können Betrüger auch unberechtigt Geld abbuchen.

PayPal & Co.: Grundsätzlich sicher, da die Transaktion verschlüsselt getätigt wird. Allerdings gibt es Fallstricke: Unseriöse Anbieter versuchen Nutzer in die Irre zu führen und an vertrauliche Daten zu kommen, indem sie den Kunden auf eine Seite weiterleiten, die ähnlich aussieht wie PayPal.

Vorkasse: Sollte auf jeden Fall vermieden werden. Der Kunde muss vorab das Geld überweisen und hat keine Sicherheit, ob das Paket ankommt. Sollte die Lieferung nicht zugestellt werden, ist das Geld weg. Sollte vor allem bei Anbietern vermieden werden, die bislang unbekannt sind.

Nachnahme: Keine gute Idee. Der Kunde bezahlt die Ware zwar erst bei Lieferung, muss allerdings sofort bezahlen und hat keine Zeit das Päckchen vorher zu überprüfen.

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