Ein kleines Spielzeughaus steht auf Geldscheinen (Foto: SR)

Vorsicht vor Extra-Gebühr beim Bausparen

Kai Forst   01.02.2017 | 16:35 Uhr

Die anhaltenden Niedrigzinsen machen der Finanz- und Versicherungsbranche zu schaffen. Einige Bausparkassen versuchen mit einer neu eingeführten Servicepauschale für Bausparverträge aus der Misere zu kommen. Verbraucherschützer warnen und raten den Kunden zum Widerspruch.

Seit dem 1. Januar will der Versicherer Debeka mehr Geld von seinen Kunden. Die sollen künftig für alte Bausparverträge eine Servicepauschale von bis zu 24 Euro im Jahr zahlen. Betroffen sind die Tarife BS1 (24 Euro) und BS3 (zwölf Euro) - für die „bauspartechnische Verwaltung und Steuerung des Kollektivs sowie die Führung der Zuteilungsmasse“, wie es in den Allgemeinen Bedingungen für Bausparverträge (ABB) heißt. „Die anhaltenden Niedrigzinsen haben die Debeka zu diesem Schritt veranlasst“, begründete Debeka-Sprecher Gerd Benner im Gespräch mit SR.de den Schritt.

"Wir raten zum Widerspruch"

Doch die Bausparkunden müssen das nicht hinnehmen. Die Verbraucherzentrale Saar rät Betroffenen, zu widersprechen. „Wir haben einen Musterbrief auf unsere Internetseite gestellt. Den sollte man verwenden, um Widerspruch einzulegen“, sagte Thomas Beutler, Finanzexperte der Verbraucherzentrale auf Anfrage von SR.de. Die Widerspruchsfrist beträgt zwei Monate ab dem Tag, an dem der Kunde das Schreiben erhält.

Nachteile müssen die Bausparer dabei nicht fürchten. „Wir können und werden einen Vertrag dann nicht kündigen. Es entstehen also keine Nachteile, wenn man der Service-Pauschale widerspricht“, erklärt Debeka-Sprecher Benner.

Hinweis kann leicht übersehen werden

Wenig verbraucherfreundlich erscheint allerdings die Art und Weise, wie die Ankündigung der neuen Gebühr den Bausparern mitgeteilt wurde: nämlich zusammen mit dem Jahreskontoauszug und anderen Unterlagen wie etwa dem Antrag auf Wohnungsbauprämie. Heißt: Der Hinweis auf die neue Pauschale und die Möglichkeit zum Widerspruch kann leicht übersehen werden. Versäumt der Verbraucher die Frist von zwei Monaten nach Erhalt des Schreibens, gilt das als Zustimmung und die Servicepauschale wird gültig.

Neben der Debeka haben auch die LBS Bayern und die Signal Iduna bereits eine Pauschale eingeführt. 9,60 Euro sollen Kunden der LBS künftig in den Tarifvarianten LBS-U+, LBS-U8 und LBS-U9 zahlen. Bei der Signal Iduna sind es 15 Euro.

Artikel mit anderen teilen