Eine Frau macht auf der Insel Penemu (West Papua/Indonesien) mit ihrem Hand Fotos. (Foto: Imago/OceanPhoto)

Roaming bleibt auf Fernreisen eine Kostenfalle

  16.07.2017 | 08:30 Uhr

Seit Mitte Juni sind die Roaming-Gebühren innerhalb der EU weggefallen. Wer aber eine Reise in ein Land außerhalb der EU plant, der sollte vorsichtig sein. Vor allem der Datenverkehr kann schnell zu hohen Kosten führen.

Richtig teuer wird es in vielen Fällen mit dem voreingestellten Tarif. Das hat eine Analyse des Vergleichsportals Verivox ergeben. Denn während in der EU die Roaming-Gebühren weggefallen sind, muss zum Beispiel ein Urlauber in der Türkei ohne zusätzliches Datenpaket bis zu zwölf Euro für ein Megabyte Daten zahlen. In Thailand sind es sogar bis zu 19 Euro. Dabei kann der Versand eines einzigen Fotos bereits die Datenmenge von einem Megabyte überschreiten.

Vor der Reise gut informieren

Video [aktueller bericht, 15.06.2017, Länge: 2:02 Min.]
Keine Extra-Kosten für Roaming mehr in der EU
Telefonieren, SMS-Schreiben und Surfen zu gleichen Preisen wie zu Hause – Das ist seit heute im EU-Ausland möglich. Ab sofort dürfen Anbieter grundsätzlich keine Roaming-Aufschläge mehr kassieren. Dennoch gibt es Ausnahmen, warnt die Verbraucherzentrale des Saarlandes.

Vor einer Urlaubsreise sollten sich Mobilfunkkunden daher gründlich informieren. „Ganz falsch wäre es, einfach nichts zu machen“, warnt Verivox-Sprecherin Verena Blöcher im Gespräch mit SR.de. „Allerdings ist es oft kompliziert herauszufinden, welche Preise beim jeweiligen Vertrag im Ausland gelten und welche zubuchbaren Auslandsoptionen es gibt“.

Grundsätzlich sei der Preis gültig, der in den Vertragsunterlagen angegeben ist, auch wenn der Vertrag schon viele Jahre alt ist. Auf den Internetseiten der Anbieter seien meist aber nur die Preise für aktuelle Verträge zu finden. Daher sei ein Anruf oder eine Mail an den Anbieter in vielen Fällen der einzige Weg, die Preise herauszufinden.

Unnötige Funktionen abschalten

„Wichtig ist es auch, vor dem Urlaub alle Funktionen auszuschalten, die nicht unbedingt benötigt werden“, empfiehlt Blöcher weiter. Dazu gehöre zum Beispiel die Mailbox oder die Aktualisierung von Apps, die meist im Hintergrund ablaufe. Solche datenintensiven Vorgänge sollten durchgeführt werden, wenn WLAN genutzt werden könne.

Wer dann noch eine Auslandsoption gebucht habe, könne beruhigt in Urlaub fahren. Für diese Auslandsoptionen sollte man vorher überlegen, welchen Bedarf man hat und dann ein entsprechendes Paket aussuchen. Die Telekom biete zum Beispiel Wochenpakete mit 150 MB für 14,95 Euro, bei O2 gebe es ein Tagespaket mit 6 MB für 1,99 Euro. Insgesamt gebe es aber unzählige Varianten dieser Pakete.

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