Ein Feuerwehrfahrzeug fährt durch die Rettungsgasse zum Unfallort. (Foto: dpa)

Rettungsgasse nicht überall gesetzlich geregelt

  04.07.2017 | 14:05 Uhr

Auf dem Papier ist die Rettungsgasse in Deutschland ein Musterbeispiel. So manches Nachbarland hat sie schon übernommen. Anderen fehlt eine solche Regelung.

Verkehrsministerin Rehlinger fordert bis zu 165 Euro Bußgeld bei fehlender Rettungsgasse
Audio [SR 3, (c) SR - Siegfried Lambert, 04.07.2017, Länge: 03:43 Min.]
Verkehrsministerin Rehlinger fordert bis zu 165 Euro Bußgeld bei fehlender Rettungsgasse

Nach dem Busunglück in Bayern ist die Diskussion wieder neu im Gange. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) kritisierte die vor der Unfallstelle im Stau stehenden Autofahrer, sie hätten nicht konsequent den Weg frei gemacht. In einem Interview sprach er von einem "völlig unverantwortlichen Verhalten".

Dabei ist die Rettungsgasse auf Autobahnen in Deutschland vorgeschrieben und klar geregelt: Wer in der linken Spur steht, weicht so weit wie möglich nach links in Richtung Mittelstreifen aus. Alle anderen fahren so weit wie möglich nach rechts. Wer sich nicht daran hält und Rettungsfahrzeuge behindert, kann mit Bußgeldern ab 20 Euro aufwärts bestraft werden. Die Länder fordern jetzt, die Strafe auf bis zu 165 Euro zu erhöhen.

Damit ist Deutschland aber schon weiter als die meisten unserer Nachbarn in der Großregion: Dort ist die Rettungsgasse oft weniger klar festgeschrieben.


Frankreich

Bei den Franzosen gibt es laut ADAC keine so klare Regelung wie in Deutschland. Zwar sind Autofahrer verpflichtet, Einsatzfahrzeuge vorbeizulassen. Eine Rettungsgasse ist aber nicht vorgeschrieben. Wer aber Rettungsfahrzeuge behindert, kann nach Angaben des ADAC mit Bußgeldern ab 135 Euro bestraft werden.

Luxemburg

Hier ist die Rettungsgasse Pflicht. Es gilt dasselbe System wie in Deutschland. Wer sich auf Autobahnen nicht daran hält, muss mit einer Strafe in Höhe von 145 Euro rechnen. Luxemburger bekommen außerdem zwei Punkte in der Verkehrssünderkartei. Abseits von Autobahnen liegt das Bußgeld bei 74 Euro.

Belgien

In den Gesetzestexten ist lediglich die Pflicht festgeschrieben, Einsatzfahrzeugen den Weg freizugeben und falls nötig anzuhalten. Wer dem nicht nachkommt, kann laut ADAC mit Bußgeldern ab 60 Euro bestraft werden. Automobilverbände machen außerdem Werbung für die Rettungsgasse.

Niederlande

Auch hier gibt es laut ADAC keine speziellen Vorschriften. Platz machen bei Blaulicht und Sirene ist natürlich Pflicht, ein genau geregeltes System wie die Rettungsgasse gibt es aber nicht. Dafür weist der ADAC auf relativ hohe Bußgelder für die Behinderung von Einsatzfahrzeugen hin: Diese liegen bei mindestens 230 Euro.

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