Reisende warten am Flughafen (Foto: dpa / Jörg Carstensen)

Reiserecht im Überblick

Hannah Müller   09.07.2017 | 08:45 Uhr

Pünktlich zur Ferienzeit steht für viele der Sommerurlaub an. Wer nicht mit dem eigenen Auto unterwegs ist, nutzt häufig Flugzeug oder Schiff, um ans Urlaubsziel zu kommen. Wenn das gebuchte Verkehrsmittel jedoch verspätet, überbucht oder sogar ganz gestrichen ist, sollten Verbraucher ihre Rechte kennen und nutzen.

Sommerferien. Die Koffer sind gepackt, die letzten Urlaubsvorbereitungen getroffen, der Urlaub kann also endlich losgehen. Nur noch schnell mit der Bahn zum Flughafen und dann ab in die Sonne... und dann das: Am Bahnhof hat der Zug Verspätung oder der Flieger wird erst gar nicht starten. Was kann man in solchen Fällen tun?

Wenn das gebuchte Reisemittel verspätet ist ...

Bei Verspätungen im Reisverkehr haben Verbraucher in der Regel Anspruch auf eine Fahrpreisentschädigung. Die Höhe der Entschädigung ist dabei abhängig von der Dauer der Verspätung und der zurückgelegten Reisestrecke. Bei manchen Verkehrsmitteln, beispielsweise Flugzeug oder Schiff, existiert aber eine sogenannte Mindestwartezeit, die von der Entfernung des Reiseziels abhängig ist. Erst danach haben Reisende ein Recht auf eine Entschädigung.  Ist das Fortsetzen der Reise am selben Tag nicht mehr zumutbar, werden dem Fahrgast darüber hinaus anfallende Übernachtungskosten erstattet.

... oder sogar ganz ausfällt

Bei Überbuchungen oder kurzfristigen Ausfällen beziehungsweise Annullierungen des Reisemittels können Verbraucher sich den Fahrt- oder Flugpreis erstatten lassen. Wer aber auf seine Reise nicht verzichten möchte, kann auf eine Ersatzbeförderung zum frühestmöglichen Zeitpunkt bestehen oder auf Alternativstrecken weiterreisen.

Reiserecht geltend machen

Um sein Reiserecht geltend machen zu können, sollte man sich Verspätungen oder Ausfälle des Reisemittels am besten direkt vor Ort schriftlich bestätigen lassen. Mit diesen Nachweisen kann man im Anschluss dann eine Entschädigungsleistung beim jeweiligen Reiseunternehmen beantragen.

Es bleibt aber zu beachten, dass dieses Reiserecht nicht immer greift. Denn egal, ob Zug, Bus, Schiff oder Flugzeug, generell gilt: Anspruch auf Entschädigungsleistungen können nur dann geltend gemacht werden, wenn Verspätungen oder Ausfälle vom Reiseunternehmen zu verantworten sind.

Bei außergewöhnliche Umständen (zum Beispiel schwere Unwetter) oder Verschulden Dritter (beispielsweise Streiks oder ähnliches) greifen diese Fahrgastrechte nicht. Auch für Pauschalreisen gelten besondere Bedingungen.

Weitere Informationen

Wer sich über seine Rechte im Reiseverkehr genauer informieren möchte, findet ausführliche Informationen zum Thema beim Verbraucherschutzministerium. Die Informationsbroschüre „Verbraucherrechte im Reiseverkehr“ steht online unter www.verbraucherschutz.saarland.de zur Verfügung.

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