Auf dem 1. Januar eines Kalenders klebt eine «To do Liste» mit Vorsätzen (Foto: dpa)

So klappt es mit den guten Vorsätzen

Anne Staut   01.01.2018 | 14:58 Uhr

Der 1. Januar ist für viele eine Art Wendepunkt. Egal ob mehr Sport, weniger Alkohol oder weniger Stress, die Liste der guten Vorsätze ist lang. Kaum ein paar Tage später sind die meisten aber wieder vergessen. Warum das so ist und mit welchen Tipps es im nächsten Jahr doch klappen könnte, erklärt Psychologieprofessor Malte Friese.

Weniger Rauchen, abnehmen oder mehr Zeit mit der Familie verbringen – zu keiner Zeit im Jahr fassen wir so viele Vorsätze wie zum Jahreswechsel. Aus psychologischer Sicht ergibt das durchaus Sinn. Forschungen haben gezeigt, dass Menschen ihre Vorhaben gerne zu markanten Übergängen umsetzen, erklärt Malte Friese von der Universität des Saarlandes. "Und ein markanter Übergang ist natürlich der von einem Jahr auf das andere", so der Psychologe.

Warum wir scheitern

Video [aktueller bericht, 02.01.2018, Länge: 3:59 Min.]
Interview mit Prof. Malte Friese, Psychologieprofessor der Uni Saar

Ist das neue Jahr dann erstmal da, fallen wir allen guten Vorsätzen zum Trotz oft bereits nach kurzer Zeit in unsere alten Gewohnheiten zurück oder fangen erst gar nicht an, unsere Vorhaben in die Tat umzusetzen. Die Gründe dafür sind vielfältig. Manche scheitern daran, dass sie keine konkreten Pläne haben, erläutert Friese, "und dann geht’s häufig im Alltag verloren."

Andere sind nicht auf Rückschläge vorbereitet und geben zu schnell auf. Dabei muss ein einziger Fehltritt nicht gleich das Ende des Vorhabens sein. Entscheidend ist, dass es weitergeht, sagt Friese. Manchmal könne das Scheitern aber auch einfach ein Zeichen dafür sein, dass der Vorsatz in Wirklichkeit eigentlich gar nicht so stark war.  

So kann es klappen

Ist es bei all dem Scheitern dann überhaupt sinnvoll gute Vorsätze zu fassen? Friese bejaht: "Wenn man die ganze Zeit das Gefühl hat, man sollte wirklich etwas ändern, und es nicht tut, dann führt das zu Unzufriedenheit." Ein Vorsatz alleine reiche aber nicht aus, um etwas zu verändern. "Es braucht noch mehr", betont der Experte.

Video [aktueller bericht, 02.01.2018, Länge: 3:07 Min.]
Was wird aus den guten Vorsätzen?

Zunächst einmal sei es wichtig, genaue Vorstellungen zu haben. "Je konkretere Pläne sich Leute machen, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass sie ihr Vorhaben auch wirklick durchhalten." Es gehe darum, sich möglichst genau zu überlegen, wie das Vorhaben umgesetzt werden kann. Wer zum Beispiel im neuen Jahr zweimal in der Woche Sport machen möchte, sollte schon einmal festlegen, an welchen Tagen welcher Sport auf dem Programm steht.

Friese rät dazu, Zwischenziele abzustecken. Wer beispielsweise im kommenden Jahr zehn Kilo abnehmen möchte, kann sich dieses Gesamtziel in mehrere Etappen einteilen. Zum Beispiel jeden Monat ein Kilo runter. Wenns klappt, motiviert das durchzuhalten.

"Erzählen Sie anderen, was Sie vorhaben"

Wer seine Erfolgschancen erhöhen will, sollte außerdem anderen Menschen von seinem Vorhaben erzählen, sagt Friese. Menschen hätten das starke Bedürfnis Zusagen einzuhalten. "Man will nicht als jemand dastehen, der das eine sagt und das andere tut", erläutert Friese. "Wenn man das öffentlich macht und auf einmal erklären muss, warum man seine Ankündigungen nicht wahr macht, ist es viel schwieriger." Wer nur sich selbst etwas verspricht, hat weniger Probleme vor sich selbst zu rechtfertigen, wenn er sich nicht an sein Vorhaben hält.

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