Die Logos vieler sozialer Netzwerke (Foto: dpa)

Was sind Filterblase, Social Bots und Co.?

Daniel Weiland   11.06.2017 | 16:39 Uhr

In sozialen Netzwerken wie etwa Facebook entscheiden so genannte Algorithmen darüber, was man in seinem Nachrichten-Stream angezeigt bekommt. Wie das funktioniert, erklärt nun eine verständliche Broschüre, die die Landesmedienanstalt bereitstellt. Darin geht die Autorin auch der Frage nach, ob die Filterblase wirklich so gefährlich ist, wie viele fürchten.

Wer in sozialen Netzwerken unterwegs ist, der weiß auch, dass nicht alle Beiträge von Freunden, Bekannten und etwa Nachrichtenmedien angezeigt werden. Stattdessen bietet der Nachrichten-Stream eine Auswahl, bestimmt vom jeweiligen Anbieter. Das gilt für praktisch jedes soziale Netzwerk, für Facebook genauso wie für Twitter oder Instagram.

Aber wie genau entsteht diese Auswahl an Themen und Beiträgen, die man nach dem Anmelden sieht? Dafür verantwortlich sind Algorithmen, also im Prinzip Handlungsanweisungen an den Computer. Sie "lernen" aus dem vergangenen Verhalten der Nutzer. Zwei Beispiele zur Verdeutlichung:

  • Wenn Nutzer häufiger auf Nachrichten mit großem Bild klicken, dann werden solche Beiträge häufiger angezeigt, als Texte ohne Bild.
  • Wenn viele Freunde auf einen Beitrag reagiert haben, dann bekommt man ihn auch selbst wahrscheinlich zu sehen.

Von der Filterblase zu Social Bots

Aber wenn Algorithmen Nutzern nur noch anzeigen, was diese am liebsten sehen möchten, dann fühlen sie sich in ihren eigenen Ansichten bestätigt, ohne diese kritisch zu hinterfragen. Andere Meinungen finden in der Wahrnehmung nicht mehr statt. So lautet die Theorie hinter der so genannten Filterblase. Wie groß die Auswirkungen auf Menschen und Gesellschaft wirklich sind, steht allerdings nicht fest.

Und dann kommen auch noch so genannte Social Bots dazu, also Computerprogramme, die das Verhalten von Menschen imitieren sollen. Beispielsweise könnten sie in sozialen Netzwerken bestimmte Produkte loben oder gezielt Lügen streuen. Eine neue Broschüre soll nun das Bewusstsein für solche technischen Möglichkeiten steigern und darüber aufklären.

Umfassende Informationen zum Thema

Die Broschüre "Dein Algorithmus - meine Meinung" zeigt anhand einfach verständlicher Beispiele, wie Computer entscheiden, was Nutzer in ihren sozialen Netzwerken sehen. Außerdem klärt sie über die Gefahren der Filterblase auf und gibt Beispiele dafür, wie Social Bots genutzt werden. Sie wird von der Bayerischen Landeszentrale für Medien herausgegeben und steht auch auf der Homepage der Landesmedienanstalt Saar zum Download bereit.

Geschrieben hat sie die renommierte Forscherin Katharina Zweig. Die Professorin für Informatik beschäftigt sich auch an der TU Kaiserlautern mit den Auswirkungen von IT-Systemen auf Menschen und ist Mitgründerin der Plattform Algorithm Watch.

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