Die Polizei untersucht den Tatort in Paris, wo ein Polizist getötet wurde. (Foto: dpa)

Grenzkontrollen nach Schießerei von Paris

Caroline Uhl / mit Informationen von Kerstin Gallmeyer und dpa   21.04.2017 | 06:53 Uhr

Nach dem tödlichen Angriff auf Polizisten in Paris am Donnerstagabend hat die Bundespolizei zeitweise eine Kontrollstelle an der deutsch-französischen Grenze bei Saarbrücken errichtet. Zwölf Beamte seien dafür in der Nacht im Einsatz gewesen, teilte die Bundespolizei mit. In Paris hatte zuvor ein Angreifer einen Polizisten erschossen, bevor er selbst getötet wurde.

Etwa dreieinhalb Stunden hätten Beamte vorsorglich Autofahrer kontrolliert, die auf der A6 von Frankreich ins Saarland unterwegs waren, teilte die Bundespolizei mit. Eventuell flüchtige Komplizen des Angreifers hätten so gestoppt werden sollen. Die französischen Kollegen an der Grenze hätten dann vorerst Entwarnung gegeben.

Für Radikalisierung bekannt

Unterdessen scheint der Angreifer identifiziert zu sein: Aus Ermittlerkreisen heißt es, es handele sich um einen vorbestraften 39-jährigen Franzosen aus dem Pariser Umland. Er sei den Behörden für seine Radikalisierung bekannt gewesen und soll vor 16 Jahren schon einmal Polizisten angegriffen und schwer verletzt haben.

Video [aktueller bericht, 21.04.2017, Länge: 2:32 Min.]
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Der Mann hatte am Donnerstagabend auf der Champs-Elysées auf einen geparkten Mannschaftswagen der Polizei geschossen und dabei einen Polizisten getötet und zwei weitere verletzt. Auch der Angreifer wurde getötet. Die Terrormiliz Islamischer Staat reklamierte die Tat für sich.

Video [aktueller bericht, 21.04.2017, Länge: 1:40 Min.]
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Wahlkampf-Auftritte abgesagt

Die französischen Sicherheitskräfte sind zurzeit in erhöhter Alarmbereitschaft, weil am Sonntag die erste Runde der Präsidentschaftswahl stattfindet. Der amtierende Präsident François Hollande kündigte an, vor allem im Bezug auf den Wahlablauf absolute Wachsamkeit walten zu lassen. Einige der insgesamt elf Präsidentschaftskandidaten, darunter der sozialliberale Emmanuel Macron und die rechtsextreme Marine Le Pen sagten dennoch für Freitag geplante Wahlkampfauftritte ab.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 21.04.2017 berichtet.

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