Evangelisches Krankenhaus Zweibrücken (Foto: Landesverein für Innere Mission in der Pfalz e.V.)

Zweibrücker Klinik: OB fühlt sich übergangen

  13.04.2016 | 14:24 Uhr

Die geplante Schließung des Evangelischen Krankenhauses in Zweibrücken sorgt für Aufruhr in der Region. Die Bürger sind besorgt, Oberbürgermeister Pirmann ist sauer. Er fühlt sich von der Entscheidung übergangen. Für die künftige Nutzung des Gebäudes könnte sich Pirmann eine Demenz-Einrichtung vorstellen.

Er habe erst im Radio von der Entscheidung gehört, dass das evangelische Krankenhaus vor der Schließung stehe, sagte der Zweibrücker Oberbürgermeister Kurt Pirmann (SPD) dem SWR. Er sei am Freitag noch bei einem Treffen mit dem Landesverein Innere Mission gewesen. „Da hat man uns gesagt: Wir haben noch nicht zu Ende verhandelt, bitte gehen Sie wieder nach Hause“, so Pirmann. Dass er diese Nachricht jetzt aus den Medien erfahre, sei eine Frage des Stils.

Pflegeeinrichtung für Demenzkranke?

Nun erwartet Pirmann konstruktive Vorschläge, denn der mögliche Verlust von 380 Arbeitsplätzen sei für eine Region wie Zweibrücken schwerwiegend. „Wir haben den Flughafen verloren, wir haben jetzt wohl auch das Krankenhaus verloren. Das sind Identifikationspunkte für eine ganze Region gewesen“, sagte der Politiker im SWR-Interview. Als sinnvolle Nutzung des Gebäudes brachte Pirmann eine Pflegeeinrichtung für Demenzkranke ins Gespräch. In Rheinland-Pfalz gebe es nur ein solches Heim in Ludwigshafen. Zudem könnten dadurch Arbeitsplätze gesichert werden.

Mitgliederversammlung am Freitag

Der Landesverein für Innere Mission in der Pfalz selbst hatte am Dienstagabend mitgeteilt, dass versucht werde, Arbeitsplätze so weit wie möglich zu erhalten. Pirmann bezweifelte aber, dass Mitarbeiter aus Zweibrücken in Einrichtungen nach Bad Dürkheim oder Speyer wechseln würden. Am Freitag will der Landesverein bei einer Mitgliederversammlung weitere Einzelheiten zur Schließung des Evangelischen Krankenhauses bekannt geben.

Das Krankenhaus stand schon länger auf der Kippe. Im vergangenen Jahr hatte es nach dem SWR-Bericht mehrere Millionen Euro Verlust gemacht. Zudem ist das Gebäude sanierungsbedürftig.

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