St. Elisabeth Krankenhaus Wadern (Foto: Stadt Wadern)

Waderner Krankenhaus schließt

  06.06.2017 | 17:01 Uhr

Die Marienhausklinik St. Elisabeth in Wadern wird zum Jahresende geschlossen. Das hat die Unternehmensgruppe am Dienstag mitgeteilt. Ausschlaggebend seien alleine wirtschaftliche Gründe.

Das Waderner Krankenhaus fährt nach Unternehmensangaben ein jährliches Defizit in Höhe von 2,5 Millionen Euro ein. Nun will der Träger, die Marienhaus-Unternehmensgruppe, die Reißleine ziehen und die Klinik schließen. Zur Marienhaus-Klinik in Wadern gehören derzeit eine chirurgische und eine internistische Abteilung.

Video [aktueller bericht, 06.06.2017, Länge: 3:10 Min.]
Krankenhaus Wadern wird geschlossen

Keine betriebsbedingten Kündigungen

Die geplante Schließung trifft nicht nur Patienten, sondern auch 193 Mitarbeiter. Sie hatten noch im letzten Jahr gehofft, dass der neu gegründete Verbund mit drei weiteren Häusern etwas Luft verschafft - vergeblich. Nun sollen die Mitarbeiter nach Möglichkeit in anderen Marienhaus-Einrichtungen unterkommen. Auf betriebsbedingte Kündigungen will das Unternehmen nach eigenen Angaben verzichten. Auf dem bisherigen Klinikgelände soll langfristig ein Neubau für ein Seniorenquartier entstehen. Für den Nachmittag hat die "Marienhaus-Unternehmensgruppe" zu einer Pressekonferenz eingeladen.

Taskforce soll Plan erarbeiten

Die Standorte Losheim, Lebach und Hermeskeil sollen indes erhalten bleiben und sogar aufgerüstet werden. Mitarbeiter und Patienten müssen sich dann auf längere Wege einstellen. Wie es weitergehtgeht mit der Gesundheitsversorgung im Nordsaarland, das soll ab Ende der Woche eine Task Force bestehend aus Hausärzten, Gesundheitsministerium und Klinikvorstand klären. Gesundheits-Staatssekretär Stephan Kolling (CDU) betonte im SR Fernsehen, die Landesregierung wolle weitere Klinikschließungen im Saarland verhindern. Er hoffe, dass die anderen Klinik-Standorte durch Kooperationen erhalten werden könnten.

Entsetzen bei Waderns Bürgermeister

Mit Wut und Entsetzen hat unterdessen Waderns Bürgermeister Jochen Kuttler auf die angekündigte Schließung des St.-Elisabeth-Krankenhauses reagiert. Die Stadt werde sich nicht damit abfinden. Der erst im Vorjahr initiierte Krankenhausverbund mit drei weiteren Standorten sei offenbar nur eine vorgetäuschte Aktion gewesen, wirft Kuttler dem Träger vor.

Weitere Informationen
Entsetzen über Schließungspläne [06.06.2017]
Mit Wut und Entsetzen hat Waderns Bürgermeister Jochen Kuttler auf die angekündigte Schließung des St.-Elisabeth-Krankenhauses reagiert. Die Stadt werde sich nicht damit abfinden. Die Landesregierung will das medizinische Angebot im Nordsaarland nun neu ausrichten.

Über dieses Thema wurde auch in der SR 3 Rundschau vom 06.06.2017 berichtet.

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