der Campus der Saarbrücker Universität von oben (Foto: Pressefoto Oliver Dietze)

Saar-Uni will Drittmittel für Sanierung einsetzen

Eva Lippold   14.02.2017 | 07:05 Uhr

Die Saar-Uni machte in den vergangenen Jahren vor allem wegen enormen Spardrucks und klammer Kassen von sich reden. Umso absurder erscheint es da, dass die Uni neuerdings Negativzinsen zahlen muss – und zwar nicht für Schulden, sondern für ein Millionen-Guthaben, das auf ihrem Konto lagert.

Uni will Drittmittel zur Sanierung einsetzen
Audio [SR 3, 14.02.2017, Länge: 2:50 Min.]
Uni will Drittmittel zur Sanierung einsetzen

Die Universität des Saarlandes kämpft derzeit mit dem Problem, dass sie zu viel Geld auf der Bank hat. 75 Millionen Euro aus Drittmitteln liegen auf dem Geschäftskonto der Hochschule. Gelder, die für die Forschung eingesetzt werden müssen, aus laufenden Projekten der Wissenschaftler und aus Industrie-Kooperationen. Doch dank der Zinspolitik Draghis zahlt die Uni für dieses Guthaben neuerdings 0,4 Prozent Negativzinsen – und verliert dadurch jährlich eine viertel Million Euro.

Uni benötigt einen Vertrag mit dem Land

Warum also nicht das Geld sinnvoll ausgeben und damit zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen? Das dachte sich das Uni-Präsidium. Es möchte die Drittmittel kurzfristig für Sanierungen maroder Gebäude und Bauprojekte auf dem Campus einsetzen. Das ginge allerdings nur in Verbindung mit einem Vertrag mit dem Land, so Uni-Vizepräsident Roland Rolles. Der müsse sicherstellen, dass die Gelder langfristig wieder an die Uni zurückfließen und so ihrem eigentlichen Zweck, der Forschung, zukommen.

In einer ersten Stellungnahme zeigte sich die saarländische Landesregierung offen gegenüber den Hochschulplänen, mit Guthaben aus Drittmitteln Bauvorhaben auf dem Campus vorzufinanzieren.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 14.02.2017 berichtet.

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