Universität des Saarlandes, Saarbrücken (Foto: Imago/Becker & Bredel)

Gegenwind für mögliche höhere Uni-Beiträge

  13.09.2017 | 16:30 Uhr

Studierende im Saarland müssen künftig möglicherweise tiefer in die Tasche greifen. Das hat die Landesregierung am Dienstag im Rahmen des Haushaltsentwurfs für 2018 klar gemacht. Scharfe Kritik kommt vom AStA, den Jusos und den Grünen.

Die Saar-Grünen lehnen eine Einführung von Verwaltungskostenbeiträgen an Hochschulen strikt ab. Grünen-Landeschef Markus Tressel sagte, sie seien nichts anderes als Studiengebühren unter einem anderen Namen. "Studienbeiträge verschärfen immer die soziale Selektion im Bildungsbereich nach sozialen Gesichtspunkten. Bildung darf jedoch nicht vom Einkommen der Eltern abhängen", betonte Tressel.

Das Saarland brauche mehr Jugendliche, die sich für ein Studium entscheiden und nicht weniger. Daher forderte Tressel CDU und SPD auf, ihre Fehlentscheidung im kommenden Gesetzgebungsprozess zu korrigieren. Der rigide Sparkurs müsse gestoppt und die Grundfinanzierung für die Hochschulen deutlich erhöht werden.

Kritik von Jusos und AStA

Die Jungen Sozialen im Saarland betonten, dass Studierende der Saar-Unis zukünftig bereits mit höheren Kosten für das Semesterticket und für die Studierendenschaft zu rechnen haben. Sollten dann zusätzlich noch Verwaltungsgebühren in Höhe von 50 Euro hinzukommen, würden die Kosten pro Semester insgesamt auf über 280 Euro ansteigen. "Für viele Studierende sind die bereits bestehenden Semestergebühren eine enorme finanzielle Belastung", weiß Pascal Arweiler, Landesvorsitzender der Jusos Saar. "Es darf nicht sein, dass die Studierenden zur Finanzierung ihres Studiums mehr Zeit mit ihren Nebenjobs verbringen, als tatsächlich im Hörsaal zu sitzen."

Auch der AStA erklärte, eine Einführung von Verwaltungskostenbeiträgen konsequent abzulehnen. "Aus unserer Sicht sind Gebühren für Studierende keine adäquate Lösung, da sie sozial unverträglich sind und den Zugang zum Studium erschweren. Wir werden uns entschlossen gegen die Einführung jeglicher Gebühren an unserer Universität stellen", heißt es in einer Stellungnahme.

Saar-Uni prüft Einführung

Am Dienstag hatte die saarländische Landesregierung den Haushaltsentwurf für das kommende Jahr beschlossen. Darin sind einige Maßnahmen genannt, um die Neuverschuldung zu senken. So sollen Hochschulen künftig so genannte Verwaltungskostenbeiträge erheben können. Ob dies an der Saar-Uni schon bald der Fall ist, steht noch nicht fest.

Eine Sprecherin bestätigte allerdings, dass sich das Präsidium wegen der unverändert kritischen Finanzlage der Uni mit dem Thema befassen werde. Zwar wolle man den Studierenden zusätzliche Kosten ersparen. Verwaltungsgebühren seien jedoch bereits an vielen Unis und Fachhochschulen zur Verbesserung der Grundfinanzierung eingeführt worden.

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