Außenansicht eines Unigebäudes (Foto: Pasquale d'Angiolillo)

Wird studieren bald teurer?

Kai Forst   12.09.2017 | 20:10 Uhr

Der Semesterbeitrag an der Saar-Uni könnte womöglich künftig ansteigen. Nach Angaben der Universität will das Hochschul-Präsidium die Einführung von Verwaltungskostenbeiträgen prüfen. Für die Studenten könnte das eine Mehrbelastung von 50 Euro pro Semester bedeuten.

223 Euro kostet derzeit der Semesterbeitrag an der Saar-Uni. Die Landesregierung hat nun am Dienstag in ihrem Regierungsentwurf für den Haushalt 2018 noch einmal klar gemacht, dass die Studenten künftig möglicherweise tiefer in die Tasche greifen müssen. Denn im Haushaltsentwurf wird den Hochschulen die Möglichkeit eingeräumt, Verwaltungskostenbeiträge erheben zu dürfen.

Uni will Verwaltungskostenbeiträge prüfen

Eine Möglichkeit, die die Universität des Saarlandes durchaus in Betracht zieht. Auf Anfrage von SR.de hieß es am Dienstagabend: „Aufgrund der unverändert kritischen Finanzlage der Universität wird sich das Präsidium auch mit diesem Thema befassen und die Einführung von Verwaltungskostenbeiträgen prüfen.“ Grundsätzlich wolle die Universität ihren Studierenden zwar zusätzliche finanzielle Belastungen „wo immer möglich ersparen“. Allerdings seien Verwaltungskostenbeiträge bereits an vielen Universitäten und Fachhochschulen zur Verbesserung der Grundfinanzierung eingeführt worden, weil die Semesterbeiträge nicht den Hochschulen selbst zukämen, „sondern der Finanzierung von Semesterticket, Studentenwerk und Studierendenschaft dienen“.

50 Euro pro Semester

Wie hoch solche Verwaltungskostenbeiträge sein könnten, ist noch unklar. Allerdings ist immer wieder von einem Beitrag in Höhe von 50 Euro pro Semester zu hören. Zuletzt hatte der saarländische Bildungsminister Ulrich Commerçon (SPD) in einem Interview mit dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln diesen Betrag genannt. „Was die Beteiligung an den Verwaltungskosten angeht, so geht es dabei um 50 Euro pro Semester – darauf können sich die Studierenden im Saarland einrichten und verlassen“, heißt es dort.

Vorgebaut hatte die Landesregierung bereits im Koalitionsvertrag, der Mitte Mai von CDU und SPD unterzeichnet wurde. „Die Hochschulen müssen in der Lage sein, in stärkerem Umfang eigene Einnahmen auch durch Verwaltungskostenbeiträge zu generieren“, heißt es unter dem Punkt Hochschulfinanzierung.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten am 13.09.2017 berichtet.

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