Universität des Saarlandes (Foto: privat)

Noch mehr Uni-Bauten in bedenklichem Zustand

Kai Forst   12.06.2017 | 16:46 Uhr

An den beiden saarländischen Universitäts-Standorten Saarbrücken und Homburg sind noch weitere Gebäude in einem bedenklichen Zustand. Das hat Uni-Präsident Manfred Schmitt im Gespräch mit SR.de eingeräumt. Demnach erfüllten einige Bauten schon lange nicht mehr die Minimalkriterien.

Ein Schwelbrand im maroden Uni-Gebäude C 5.2 hatte den Stein ins Rollen gebracht und den mangelhaften Brandschutz und die marode Elektrik aufgezeigt. Inzwischen wurde das vierte Obergeschoss geräumt. Zum kommenden Wintersemester wird der gesamte Bau geschlossen.

Doch C 5.2 ist nicht das einzige Sorgenkind von Universitätspräsident Manfred Schmitt. „Wir haben an beiden Universitätsstandorten, also Homburg und Saarbrücken, Gebäude, die mit Blick auf die Sicherheitsstandards, Betriebselektrik und Brandschutz schon lange nicht mehr die Minimalkriterien erfüllen, die man fordern muss, um solche Gebäude noch für den Betrieb öffnen zu können“, sagte Schmitt im Gespräch mit SR.de.

"Großes Glück, dass keine Menschen zu Schaden kamen"

Die anderen Gebäude seien allerdings deutlich kleiner. C 5.2 sei mit über 6000 Quadratmetern und täglich zum Teil mehr als 1000 Mitarbeitern und Studierenden eines der größten Uni-Gebäude, so Schmitt. Dennoch: Auch in diesen Gebäuden arbeiten und lernen Menschen unter zum Teil mangelhaften Sicherheitsstandards.

Was also, wenn es dort den nächsten Schwelbrand gibt? „Wir können natürlich jetzt nicht von heute auf morgen den halben Campus schließen, das muss man einfach mal feststellen. Auf der anderen Seite sind bei diesen Gebäuden in den Jahren immer mal wieder Renovierungsarbeiten und Umbaumaßnahmen durchgeführt worden.“ Der Zustand sei daher nicht ganz so dramatisch wie bei C 5.2. Dennoch, so Schmitt, schiebe die Universität seit Jahren einen Sanierungsstau vor sich her. „Wir haben großes Glück gehabt, dass bislang kein großes Feuer ausgebrochen ist und Menschen zu Schaden kamen.“

Baumaßnahmen werden beschleunigt

Wie es nun mit C 5.2 weitergehen soll, wird derzeit geprüft. Die aktuellen Planungen sehen laut Schmitt vor, dass C 5.2 als reines Bürogebäude konzipiert wird und ein zusätzliches Gebäude für die Lehrveranstaltungen gebaut werden soll. "Es kann aber durchaus sein, dass auch ein Abriss in Frage kommt.“ Der Zeitplan für die Baumaßnahmen soll indes deutlich beschleunigt werden. Ursprünglich sei geplant gewesen, 2018 mit den Planungen und Ausschreibungen zu beginnen. „Der eigentliche Bau wäre dann erst 2019 oder 2020 losgegangen.“ Nach einem ersten Treffen mit Bauminister Klaus Bouillon (CDU) sei man sich aber nun einig, die Baumaßnahmen bereits 2018 zu starten.

Gute Nachrichten von seinem Treffen mit Bouillon brachte Schmitt auch in Sachen Finanzen mit. So hatte das Uni-Präsidium jüngst vorgeschlagen, die mehr als 70 Millionen Euro, die als Drittmittel für Forschung auf dem Uni-Konto liegen, für die Sanierung maroder Gebäude zu nutzen. Demgegenüber sei Bouillon sehr aufgeschlossen gewesen. Dadurch sei man dann in der Lage aus diesen liquiden Drittmitteln in Vorleistung treten zu können. „Also ein zinsloser Kredit, den wir eine bestimmte Zeitspanne anbieten können für diese Baumaßnahmen. Und das ist bei Minister Bouillon auf offene Ohren gestoßen“, sagte Schmitt.

Alt und kaputt - die Gebäude auf dem Saarbrücker Campus

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 12.06.2017 berichtet.

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