Türkisch-Unterricht in Duisburg (Foto: dpa)

Konsulatslehrer unter der Lupe

  18.04.2017 | 14:00 Uhr

An insgesamt 50 Schulen arbeiten im Saarland so genannte Konsulatslehrer, die Schülern nachmittags Türkisch beibringen. Sie werden vom türkischen Staat bezahlt. Ihr Einsatz soll nach SR-Informationen überprüft werden.

Die türkischen Konsulatslehrer sind Teil der Koalitionsverhandlungen zwischen CDU und SPD, die am Donnerstag fortgesetzt werden. Im Bildungsministerium gibt es Bestrebungen, türkischen Sprachunterricht auf die Lehrpläne saarländischer Schulen zu setzen. Ziel sei eine Änderung der "Verordnung zum Unterricht für Schüler mit Migrationshintergrund" als Teil des Koalitionsvertrages festzuschreiben.

Video [aktueller bericht, 18.04.2017, Länge: 1:06 Min.]
Konsulatslehrer sollen überprüft werden

Demnach sollten Strukturen im Bildungssystem geschaffen werden, die den herkunftssprachlichen Unterricht inhaltlich dem zuständigen Ministerium unterstellen. Bisher ist die Gestaltung des Sprachunterrichts dem freien Ermessen der Konsulatslehrer überlassen.

Unterricht an 50 Schulen

Für rund 600 Schüler gibt es im Saarland an 35 Grundschulen und 15 weiterführenden Schulen Türkischunterricht durch Konsulatslehrer. Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hatte schon im Dezember angekündigt, ihren Einsatz zu überprüfen. Nach damaligen Angaben aus dem SPD-geführten Bildungsministerium gibt es nur sehr selten Beschwerden.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 18.04.2017 berichtet.

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