Eine IG-Metall-Fahne (Foto: dpa/Jens Büttner)

Metall-Arbeitgeber legen erstes Angebot vor

  06.12.2017 | 15:49 Uhr

Im Tarifstreit der Metall- und Elektroindustrie haben die Arbeitgeber im Gebiet Mitte, zu dem auch das Saarland gehört, ein erstes Angebot vorgelegt. Es sieht unter anderem eine zweiprozentige Lohnerhöhung vor. Die IG Metall lehnte das umgehend ab - auch weil beide Parteien bei den Vorstellungen zur Arbeitszeit weit auseinander liegen.

Die Arbeitgeberseite bietet den rund 400.000 Beschäftigten im Saarland, Hessen und in Rheinland-Pfalz zwei Prozent mehr Lohn ab April 2018 sowie eine Einmalzahlung in Höhe von 200 Euro. Im Gegenzug fordert sie aber, die Arbeitszeit der Beschäftigten bedarfsorientiert und bezahlt ausweiten zu können.

"Derzeit geht das nur für bis zu 13 Prozent der Beschäftigten", sagte Dirk Demmer vom Verband der Metall- und Elektroindustrie im Saarland. Diese 13 Prozent-Quote müsse geöffnet werden. "Alle Beschäftigten müssen die Chance haben, mehr zu verdienen", so Demmer.

IG Metall spricht von Provokation

Tarifstreit der Metall- und Elektroindustrie geht weiter
Audio [SR 3, Karin Mayer , 06.12.2017, Länge: 03:08 Min.]
Tarifstreit der Metall- und Elektroindustrie geht weiter
Die zweite Verhandlungsrunde ist abgeschlossen – und es gibt immer noch keine Einigung zwischen der IG Metall und den Arbeitgebern. Die Wünsche beider Parteien scheinen unvereinbar, es droht ein Streik vonseiten der Industriegewerkschaft.

Mit diesen Vorstellungen sind die Arbeitgeber allerdings weit von den Forderungen der Gewerkschaft entfernt, die das Angebot umgehend als Provokation ablehnte. Die IG Metall will nicht nur sechs Prozent mehr Lohn, sondern auch einen Rechtsanspruch auf die Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit auf 28 Stunden pro Woche durchsetzen.

Wer Kinder betreut oder Angehörige pflegt, soll seine Arbeitszeit bis zu zwei Jahre lang reduzieren können und einen Entgeltzuschuss in Höhe von 200 Euro pro Monat bekommen. Beschäftigte in Schichtarbeit und anderen belastenden Arbeitsmodellen sollen pro Jahr einen Zuschuss von 750 Euro bekommen.

Nach Angaben der Arbeitgeberseite sollen die Verhandlungen am 18. Januar fortgesetzt werden.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 06.12.2017 berichtet.

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