Die Mitteilung über die Sperrung des Stroms hängt am Stromzähler. (Foto: dpa)

Weniger Stromsperren im Saarland

Karin Mayer   10.01.2017 | 18:38 Uhr

Im Saarland werden offenbar die meisten Stromsperren vermieden. So wurden nach Angaben des Verbraucherschutzministeriums zwischen Juli 2015 bis Juni 2016 knapp 88.000 Sperren angedroht, aber nur rund 800 umgesetzt. Die saarländische Armutskonferenz und die Sozialverbände sehen trotzdem noch Handlungsbedarf.

Für Verbraucherschutzminister Reinhold Jost (SPD) ist die Selbstverpflichtungserklärung von Energieversorgern, Sozialverbänden und Behörden ein Erfolg. Dennoch wolle er das System weiterentwickeln und betroffenen Stromkunden künftig eine verpflichtende Energiesparberatung anbieten. Er will sich dafür einsetzen, dass von Stromsperren betroffene Haushalte mehr Zeit bekommen, ihre Schulden beim Energieversorger zurückzubezahlen.

Ein Sprecher der Sozialberatung der Pädagogisch-sozialen Aktionsgemeinschaft Pädsak fordert, dass die Berater grundsätzlich vier Wochen Zeit haben, um Stromsperren zu vermeiden. Die saarländische Armutskonferenz betont, die Zahl der angedrohten Stromsperren sei mit 88.000 innerhalb eines Jahres enorm hoch. Das zeige, dass es bei den Energiekosten ein Problem gebe. Wolfgang Edlinger von der Armutskonferenz sprach sich für einen Entschuldungsfond aus. Ein Hartz IV-Empfänger der gleichzeitig noch Stromschulden bezahlen solle, rutsche unter das Existenzminimum. Das werde nicht funktionieren.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 10.01.2017 berichtet.

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