Logo der Uniklinik Homburg (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Uniklinik will Personalrätin entlassen

Thomas Braun / mit Informationen von Thomas Gerber   29.12.2017 | 15:44 Uhr

Die Gewerkschaft Verdi wirft der Uniklinik Homburg vor, eine Krankenpflegerin wegen ihrer Tätigkeit im Personalrat kündigen zu wollen. Verdi spricht von einem Einschüchterungsversuch. Die Uniklinik lehnt eine Stellungnahme ab.

Wie Verdi mitteilte, sei der Streitpunkt die Personalratstätigkeit der 61-Jährigen. Während die Mitarbeiterin diese für erforderlich halte, sehe die Arbeitgeberseite das anders. Statt den Streit "auf normalen Wegen zu klären", habe die Klinik zur außerdordentlichen Kündigung gegriffen.

Am Freitag habe sich der Personalrat zwar gegen die außerordentliche fristlose Kündigung der 61-Jährigen ausgesprochen. Dennoch, so Verdi-Sprecher Michael Quetting, könnte die Klinikleitung die Kündigung gerichtlich weiter betreiben. Ob sie dies tut, ist allerdings offen.

Uniklinik will sich nicht äußern

Die Uniklinik lehnt eine Stellungnahme ab. Eine Sprecherin sagte dem SR, es handele sich um einen "internen Vorgang, zu dem es aktuell nichts zu sagen gibt".

Verdi-Vertreter Quetting wertet die Kündigung als Einschüchterungsversuch im aktuellen Tarifstreit. Eine langjährige Mitarbeiterin, die sich vehement für die Belange der Kolleginnen und mehr Personal einsetze, solle da offenbar mundtot gemacht werden.

Tarifgespräche festgefahren

Anfang Dezember hatte die Gewerkschaft die Tarifgespräche zur Entlastung in der Pflege für gescheitert erklärt. Am 17. Januar wollen die Beschäftigten über das weitere Vorgehen entscheiden.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 29.12.2017 berichtet.

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