Ein "Fairtrade"-Siegel auf einer Packung Kaffee in einem Supermarkt (Foto: dpa)

Saarland soll "faires Bundesland" werden

  05.06.2017 | 12:50 Uhr

Das Saarland soll nach dem Willen der Landesregierung das "erste faire Bundesland" werden. Das haben sich CDU und SPD in ihrem Koalitionsvertrag für die Legislaturperiode bis 2022 vorgenommen. Einige Initiativen gibt es bereits in dem Bereich.

Nach und nach sollten öffentliche Stellen auf faire und regionale Produkte umstellen, heißt es im Koalitionsvertrag, den CDU und SPD ausgehandelt hatten. Auch in der Bildungsarbeit soll mehr auf Nachhaltigkeit geachtet werden.

Bereits jetzt gebe es im Saarland bundesweit die höchste Anzahl fairer Schulklassen. Zudem sei die Saar-Uni "faire Hochschule" und Saarbrücken "Hauptstadt des fairen Handels". "Wir haben mit fairer und nachhaltiger Beschaffung begonnen sowie globales Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung bundesweit vorbildlich vorangebracht", schreiben die Koalitionäre.

Fünf Kriterien auf dem Weg zur Fairness

Um eine Stadt oder eine Einrichtung des fairen Handels zu werden, müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein. Eine Stadt beispielsweise muss einen entsprechenden Ratsbeschluss vorlegen und im Büro des Verwaltungschefs fair gehandelten Kaffee und ein weiteres "faires" Produkt ausschenken. Auch öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Vereine oder Kirchen verwenden Waren aus fairem Handel.

Außerdem ist eine Steuerungsgruppe nötig, die die Fairtrade-Aktivitäten koordiniert. Der lokale Einzelhandel muss Fairtrade-Produkte im Sortiment haben. Und schließlich sollen die örtlichen Medien über die Aktivitäten auf dem Weg zur Stadt des fairen Handels berichten.

Weitere Bewerbungen laufen

Saarbrücken war im Jahr 2009 die erste Stadt deutschlandweit, die alle diese Kriterien erfüllt hatte. Mittlerweile sind mit Merzig, Saarlouis, St. Ingbert, Homburg, dem Regionalverband und dem Saarpfalzkreis mehrere Kommunen und Kreise hinzugekommen. Weitere Städte haben sich beworben. Fairtrade-Schulen stehen in Saarbrücken, St. Ingbert, Lebach und Saarlouis.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 05.06.2017 berichtet.

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