Eugen Roth (Foto: imago/Becker&Bredel)

Eugen Roth gibt Amt beim Sportverband LSVS ab

Caroline Uhl   08.02.2018 | 13:12 Uhr

Der Sportfunktionär und SPD-Landtagsabgeordnete Eugen Roth gibt sein Amt im Präsidium des Landessportverbands LSVS auf. Er wolle damit eine objektive Aufklärung der gegen ihn erhobenen Vorwürfe ermöglichen, teilte Roth am Donnerstag mit. Hintergrund sind Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen der Finanzaffäre beim LSVS.

Am Mittwoch hatte der Rechtsausschuss des Landtags einstimmig beschlossen, der Bitte der Staatsanwaltschaft zu entsprechen und die Immunität Roths sowie die Immunität von Landtagspräsident Klaus Meiser (CDU) aufzuheben. Die Staatsanwaltschaft muss nun noch eine vorgeschriebene 48-Stunden-Frist abwarten, ab Freitagmittag kann sie dann offiziell gegen die beiden Parlamentarier vorgehen. Bei den Ermittlungen gegen Roth, Meiser und die übrigen sechs Präsidiumsmitglieder des Landessportverbands für das Saarland (LSVS) geht es um den Verdacht der Untreue und der Vorteilsgewährung im Zusammenhang mit dem Finanzskandal bei dem Verband. Bereits seit Dezember ermittelt die Staatsanwaltschaft zudem gegen den derzeit suspendierten Hauptgeschäftsführer des LSVS.

Neuanfang ermöglichen

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Nun zog Roth selbst erste Konsequenzen: Er stelle sein Amt als Präsidiumsmitglied beim Landessportverband für das Saarland (LSVS) zur Verfügung, "um die gegen mich in der Öffentlichkeit erhobenen Vorwürfe einer objektiven Aufklärung zuführen zu können", wie es in einer persönlichen, schriftlichen Erklärung Roths heißt.

"Soweit mir persönliches Fehlverhalten und Fehlentscheidungen vorgeworfen werden, übernehme ich die Verantwortung dafür, nicht ausreichend Ungereimtheiten und Unzulänglichkeiten erkannt zu haben. Das tut mir leid", schreibt Roth, der als Vertreter des Handballverbands Saar ins LSVS-Präsidium gewählt worden war. "Die für mich wichtigste Aufgabe besteht nun darin, den mit der Aufklärung befassten Stellen dabei zu helfen, die Vorgänge möglichst schnell und umfassend aufzuklären und damit für den LSVS einen Neuanfang zu ermöglichen."

Turnusmäßig würde eine Neuwahl des LSVS-Präsidiums erst im September anstehen. Für ihn sei nun aber klar, dass ein so langes Zuwarten "dem Saarsport insgesamt schadet und ihn auch zu lange lähmt", betont Roth. Er regt deshalb an, die für die Präsidiumswahl notwendige Mitgliederversammlung des LSVS "auf einen baldmöglichen Zeitpunkt" vorzuziehen. Er schlug zudem vor, die Aufarbeitung des Finanzskandals beim LSVS "in externe und neutrale Hände zu geben".

CDU berät über Meiser

Auch für LSVS- und Landtagspräsident Klaus Meiser scheint der Rückhalt zu schwinden: Der geschäftsführende CDU-Parteivorstand habe am Vormittag das Thema "gemeinsam mit Klaus Meiser sehr offen angesprochen", teilte CDU-Generalsekretär Markus Uhl mit. Man sehe die Verantwortlichkeit um das hohe Amt des Landtagspräsidenten und dessen Bedeutung. "Wir haben volles Vertrauen darin, dass Klaus Meiser sich dem ebenso bewusst ist und mit dieser Verantwortlichkeit angemessen und konsequent umgeht", erklärte Uhl. Ähnlich hatte sich bereits am Mittwoch CDU-Landeschefin und Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer geäußert.

Offerte mit Folgen

Im Zentrum der Untersuchung gegen das Präsidium steht derzeit die Geburtstagsfeier von Saar-Innenminister Klaus Bouillon (CDU), der qua Amt die Rechtsaufsicht über den Sportverband hat. Anfang der Woche war bekannt geworden, dass das Präsidium beschlossen hatte, die Feier zu Bouillons 70. Geburtstag an der Saarbrücker Sportschule im vergangenen November zumindest teilweise zu bezahlen. Bouillon hatte dies nach eigenem Bekunden abgelehnt. Allein die Offerte aber könnte für die LSVS-Funktionäre nun zum Problem werden.

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Finanzaffäre beim LSVS
Der Landessportverband für das Saarland (LSVS) ist von einer Finanzaffäre betroffen. Seit Bekanntwerden im Dezember vergangenen Jahres dringen immer mehr Details an die Öffentlichkeit. Wir zeichnen die bisherige Entwicklung in unserer Zeitleiste nach.

Über dieses Thema wurde auch in der SR3-Rundschau vom 08.02.2018 berichtet.

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