Heribert Prantl bei seiner Festrede beim Festbankett der Siebenpfeiffer-Stiftung in Homburg (Foto: Ulli Wagner / SR)

"Pressefreiheit ist das tägliche Brot der Demokratie"

Ulli Wagner   28.01.2018 | 15:10 Uhr

Der Journalist Heribert Prantl von der Süddeutschen Zeitung hat am Sonntag in Homburg ein engagiertes Plädoyer für Pressefreiheit und Demokratie gehalten. Er war Festredner beim traditionellen Festbankett der Siebenfeiffer-Stiftung, mit dem an die Gründung des Presse- und Vaterlandsvereins zur Unterstützung der freien Presse am 29. Januar 1832 erinnert wird.

Die Pressefreiheit ist das tägliche Brot der Demokratie - diesen Satz hat der frühere Landkommissär von Homburg, Philipp Jakob Siebenpfeiffer, vor fast 200 Jahren geprägt. Nach Ansicht von Heribert Prantl gilt er heute noch. Kein anderer Beruf sei durch ein Grundrecht geschützt. Aber das sei auch Verpflichtung: Journalistinnen und Journalisten müssten neugierig, aufklärerisch, souverän und integer sein. Ihre Aufgabe sei es, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Dazu gehörten gründliche Recherche, Mut und Verantwortung.

Die Rede von Heribert Prantl bei der Siebenfeiffer-Stiftung
Audio [SR 3, Heribert Prantl, 29.01.2018, Länge: 50:25 Min.]
Die Rede von Heribert Prantl bei der Siebenfeiffer-Stiftung

Globale Recherche als Sternstunden des Journalismus

Angriffe auf die Pressefreiheit kämen nicht nur von den Lügenpresserufern, sondern auch vom Staat mit seiner Vorratsdatenspeicherung und seinen Online-Durchsuchungen. Der Politik und den Medien, so Prantl, fehle allzu oft der lange Atem.

Aber es gäbe auch heute noch Sternstunden des Journalismus, etwa bei den Panama- und Paradise-Papers. Dabei seien globale Probleme auch global mit einer weltweiten Recherche angegangen worden.

Wer mag schon unbequeme Wahrheiten? Wofür ist Pressefreiheit da? Um diese Fragen ging es am 28. Januar beim Siebenpfeiffer-Bankett in Homburg. Ulli Wagner war für SR 3 dabei.

In Erinnerung an Philipp Jakob Siebenfpfeiffer rief Prantl dazu auf, für unser Land, die Demokratie und die Pressefreiheit einzustehen. „Unser Land und Europa mögen Fehler haben. Aber Nationalismus und Rassismus sind ein einziger Fehler", so Prantl. "Wir können stolz sein auf unseren Rechtsstaat und unser Gemeinwesen. Verteidigen wir es im Geiste Siebenpfeiffers.“

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 28.01.2018 berichtet.

Artikel mit anderen teilen