Meeresfischzuchtanlage in Völklingen (Foto: SR)

Völklinger Fischzucht offiziell mit neuem Besitzer

Dietmar Schellin / Onlinefassung: Caroline Uhl   06.08.2015 | 06:58 Uhr

Die umstrittene Meeresfischzucht der Völklinger Stadtwerke hat seit Mitternacht einen neuen Eigentümer. An der Firma "Fresh Völklingen GmbH" sind mehrere Schweizer Investoren beteiligt. Für die Stadt neigt sich damit ein unleidliches Kapitel seinem Ende entgegen.

Von den 1,9 Millionen Euro Kaufpreis bleiben den Stadtwerken als bisheriger Besitzer der Fischzucht nach Abzug von Darlehen und Reparaturen 250.000 Euro. Eine Insolvenz drohe den Stadtwerken dank eines SaarLB-Darlehens über 20 Millionen Euro nicht mehr, erklärte Geschäftsführer Peter Schade.

Derzeit arbeite man an einer umfassenden Restrukturierung des Unternehmens. Organisation und Arbeitsabläufe würden auf den Prüfstand gestellt.

Schaden von über 20 Millionen Euro

Mit dem Eigentümerwechsel der Zuchtanlage endet ein kommunal-wirtschaftliches Experiment, das die Stadt Völklingen und deren Stadtwerke über 20 Millionen Euro kostete und der städtischen Tochtergesellschaft 2014 einen Eintrag ins Schwarzbuch für Steuergeldverschwendung des Bundes der Steuerzahler einbrachte.

Gescheitert ist der Versuch der kommunalen Meeresfischzucht fast 600 Kilometer von der deutschen Nordseeküste entfernt nicht an der Qualität der Fische, sondern am Management.

EU-Kommission soll prüfen

Der Stadt droht allerdings nach dem Verkauf noch weiterer Ärger. Die Grünen im Stadtrat hatten im Juli angekündigt, die EU-Kommission um eine Überprüfung des gesamten Komplexes zu bitten. Der Rechtsbeistand des Stadtrats geht nach SR-Informationen davon aus, dass die Kommission bis zu eine Million Euro zurückfordern könnte.

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