Der IT-Gipfel in Saarbrücken: Gäste (Foto: D'Angiolillo)

Merkel lobt IT-Standort Saarland

Carolin Uhl   17.11.2016 | 13:29 Uhr

Für eine gut eineinhalb Stunden dauernde Stippvisite ist Bundeskanzlerin Merkel am frühen Mittag zum Nationalen IT-Gipfel in Saarbrücken vorbeigekommen. In ihrer Rede lobte die Kanzlerin den IT-Standort Saarland. Den kennt nun auch Google-Inc-Chef Pichai, der aus den USA zum Gipfel an die Saar gekommen war.

Um kurz vor elf Uhr kam Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Saarbrücker Congresshalle an, wo noch bis zum späten Nachmittag der Nationale IT-Gipfel stattfindet. Weil in Berlin US-Präsident Barack Obama zu Gast ist, absolvierte die Kanzlerin nur ein abgespecktes Gipfel-Programm, das etwa eineinhalb Stunden dauerte. Ungeachtet dessen, war der Besuch der Kanzlerin der Höhepunkt der Veranstaltung, die erstmals im Saarland stattfindet.

Video [aktueller bericht, 17.11.2016, Länge: 3:06 Min.]
Bundeskanzlerin lobt IT-Standort Saarland

"Kleines Bundesland mit viel Kompetenz"

In ihrer Rede vor rund 1100 Gästen lobte Merkel den IT-Standort Saarland. „Wir sehen, dass das Saarland doch ein kleines Bundesland ist, aber eines, das sehr viel Kompetenzen im digitalen Bereich, in der digitalen Wirtschaft aufweisen kann“, sagte die Bundeskanzlerin. Die Saarbrücker Uni mit ihrer Informatik-Lehre bezeichnete Merkel dabei als „Vorzeige-Campus, um den sich dann auch sofort ein Inkubator von Startups bilden konnte“.

Der IT-Gipfel steht in diesem Jahr unter dem Motto „Lernen und Handeln in der digitalen Welt“. Aus diesem Anlass fiel schon am Mittwoch der Startschuss für zwei Schulen im Saarland, die als „Smart Schools“ nun bundesweit als Vorreiter in Sachen digitale Medien gelten.  Smart School sei als Pilotprojekt hoch spannend, sagte Merkel. Sie verwies aber auch auf die Notwendigkeit der Lehrer-Weiterbildung. „Natürlich muss jeder, der etwas vermittelt, auch Sicherheit haben in dem, was er tut und auch ordnen und deutlich machen können, wie die Prioritäten zu setzen sind“, sagte sie.

Zuvor hatte bereits Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) die Notwendigkeit einer umfassenden digitalen Bildung betont. Digitalisierung sei „weit mehr als eine technische Innovation“, das Internet mehr als ein technisches Phänomen, sagte Gabriel, dessen Ministerium den IT-Gipfel federführend veranstaltet.

Fünf Bundesminister zu Gast 

Politik & Wirtschaft
Der Nationale IT-Gipfel in Saarbrücken
Zwei Tage lang steht Saarbrücken im Zeichen der IT. Rund 1000 Gäste kommen zum Nationalen IT-Gipfel, der erstmals im Saarland Station macht. Ein Schwerpunkt der Veranstaltung ist das Thema Lernen im digitalen Zeitalter.

Zum Haupt-Tag waren aus dem Bundeskabinett neben Merkel und Gabriel auch Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD), Forschungsministerin Johanna Wanka, Innenminister Thomas de Maizière (beide CDU) und Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) nach Saarbrücken gekommen. „Wir könnten fast eine Kabinettssitzung abhalten. Wir wären beschlussfähig“, stellte die Bundeskanzlerin fest.

Aus der Wirtschaft nahmen an dem IT-Gipfel unter anderem Unternehmerin Susanne Klatten, Telekom-Chef Tim Höttges, der Chef von Google Inc. aus Kalifornien, Sundar Pichai, und teil. Es gebe aktuelle „eine einzigartige Möglichkeit“, die Wirtschaft zu wandeln, sagte Pichai. Die Basis dafür sei Bildung, der Schwerpunkt des Gipfels daher „wirklich angebracht“, betonte er. 

Aus IT-Gipfel wird Digital-Gipfel

Seit dem Jahr 2006 findet der Nationale IT-Gipfel regelmäßig statt, zu dem Vertreter von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft zusammenkommen. In den letzten Jahren soll der Gipfel die Themen der Digitalen Agenda, die sich die Bundesregierung 2014 gegeben hatte, mit Leben füllen. Ganzjährig arbeiten dazu verschiedene Arbeitsgruppen einzelne Punkte auf. Ihre Ergebnisse stellen sie dann auf den Gipfeln vor. Der nächste Gipfel wird im kommenden Jahr in der Region Rhein-Neckar stattfinden und dann womöglich den Namen Digital-Gipfel statt IT-Gipfel tragen. Schwerpunkt soll dann wahrscheinlich das Thema E-Health, also Digitalisierung im Gesundheitsbereich, werden.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung aktueller bericht vom 17.11.2016 berichtet.

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