Krankenhäuser im Saarland: Marienhauskliniken in Wadern (Foto: Pasquale D’Angiolillo)

Wadern: Millionenzuschuss für Klinik-Schließung

Kai Forst / mit Informationen von Steffanie Balle   16.01.2018 | 15:57 Uhr

Seit Ende des vergangenen Jahres ist die Marienhaus-Klinik in Wadern dicht. Um die Schließung finanziell zu stemmen und die Mitarbeiter weiterzubeschäftigen, erhält die Marienhaus GmbH einen Millionenbetrag. Der Förderantrag wurde am Dienstag bewilligt. Doch die Finanzspritze ist an strenge Auflagen gebunden.

Die Fördersumme von 5,8 Millionen Euro wird paritätisch aufgeteilt. Der Bund trägt die eine, das Land die andere Hälfte dieser Summe. Klar ist: Der Zuschuss muss zweckgebunden ausgegeben werden. So soll es bis 2020 keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums werden insgesamt knapp fünf Millionen Euro für die Weiterbeschäftigung der Mitarbeiter und Abfindungen zur Verfügung gestellt.

Fünf-Jahres-Garantie für Losheim

Zudem soll mit der Finanzspritze der Standort Losheim für fünf Jahre garantiert werden. Insgesamt stehen dafür 1,2 Millionen Euro zur Verfügung, mit denen auch die Notfallversorgung in Losheim verbessert werden soll. „Unser Ziel war und ist es, die Gesundheitsversorgung im nördlichen Saarland nach der Schließung von Wadern zu sichern. Daher unterstützen wir als Land die Maßnahmen in Losheim und werden bei dem neuen Krankenhausplan notwendige Kapazitäten durch den Wegfall in Wadern an den verbleibenden Standorten aufbauen“, sagte Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) am Dienstag. Die sachgemäße Verwendung der Zuschüsse werde das Ministerium genau überwachen.

Noch kein Träger für Nordsaarland-Klinik in Sicht

Zugleich betonte Bachmann, dass die Garantie für Losheim nicht automatisch ein Aus für eine mögliche Nordsaarland-Klinik bedeute. Die Diskussion darüber laufe weiter, so Bachmann. Allerdings habe sich bislang kein Träger bereit erklärt, die Investition für eine neue Klinik im Raum Wadern zu stemmen. Sollte sich ein Träger finden, der die laut Gutachten erforderlichen 89 Millionen Euro aufbringe, werde die Errichtung einer solchen Klinik fünf bis sieben Jahre dauern.

Über einen zweiten Förderantrag der Krankenhäuser Dillingen und Saarlouis hat das Bundesversicherungsamt indes noch nicht entschieden. Dieser Bescheid wird laut Sozialministerium für Ende März erwartet.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten von 16.01.2018 berichtet.

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