Völklingens Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU) (Foto: Imago/Becker&Bredel)

Völklinger Oberbürgermeister Lorig kündigt Rückzug an

  18.05.2017 | 20:46 Uhr

Völklingens Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU) will vorzeitig aus seinem Amt ausscheiden. Er werde nur noch bis zum 31. Mai kommenden Jahres im Amt bleiben, teilte Lorig am Donnerstagabend mit. Die Stadtratsfraktion will sich nun schnellstmöglich um die Neuwahlen kümmern.

Einen entsprechenden Antrag, seine Amtszeit gut ein Jahr früher als möglich zu beenden, hatte Lorig bereits am Donnerstagmorgen seinem Stellvertreter Wolfgang Bintz (CDU) übergeben. Als Grund für seinen vorzeitigen Amtsaustritt nannte Lorig der CDU-Stadtratsfraktion familiäre Gründe. Er wolle mit seiner Frau noch möglichst viele schöne Jahre verbringen.

Video [aktueller bericht, 19.05.2017, Länge: 3:11 Min.]
Hintergründe zum Rücktritt von Oberbürgermeister Lorig

Der Vorsitzende der Fraktion, Stefan Rabel, reagierte auf die überraschende Ankündigung mit Verständnis und Respekt. Zudem kündigte er an, dass die Fraktion nun die Weichen für die Wahl eines Nachfolgers stellen müsse. Im Zuge dessen sei bereits eine Dringlichkeitssitzung des Stadtrates zur Festlegung eines Verfahrens und Termins zur Neuwahl beantragt. Als möglicher Termin ist der 24. September angedacht – der Tag der Bundestagswahl.

Video [aktueller bericht, 19.05.2017, Länge: 3:30 Min.]
Kollegengespräch mit dem SR-Reporter Christoph Grabenheinrich

Kuhn: "Rückzug längst überfällig"

Oberbürgermeister Lorig kündigt vorzeitigen Ruhestand an
Audio [SR 3, Thomas Gerber, 19.05.2017, Länge: 03:11 Min.]
Oberbürgermeister Lorig kündigt vorzeitigen Ruhestand an

Der Chef der SPD-Fraktion im Völklinger Stadtrat, Erik Kuhn, bezeichnete den Rückzug Lorigs als längst überfällig. Der von Lorig genannte Termin, wonach er am 31. Mai nächsten Jahres ausscheiden wolle, sei viel zu spät. Jeder Tag mit Lorig, so Kuhn, sei ein verlorener Tag für Völklingen. Möglicherweise reagiere Lorig mit seiner Ankündigung auf das Vorhaben der SPD-Fraktion, in der Stadtratssitzung im Juni einen Abwahlantrag zu stellen. Sowohl bei den Stadtwerken als auch in der Stadtverwaltung seien nämlich weitere Ungereimtheiten aufgetaucht.

Kuhn lehnte den von Lorig vorgeschlagenen Termin für die Oberbürgermeisterwahl gemeinsam mit der Bundestagswahl kategorisch ab. Dies sei mit der SPD nicht zu machen. Für einen Wahlkampf und die Kandidatenaufstellung brauche man mehr Zeit.

Erst in der vergangenen Woche hatte Lorig angekündigt, sein Amt als Aufsichtsratschef der Völklinger Stadtwerke abzugeben. Der Oberbürgermeister steht schon seit längerem unter Beschuss, Hintergrund ist der millionenteure Versuch, eine Fischzuchtanlage in kommunaler Trägerschaft aufzuziehen. Zurzeit läuft außerdem noch ein Rechtsstreit mit dem geschassten Geschäftsführer der Fischzucht um dessen Kündigung sowie eine offenbar einst versprochene üppige Altersversorgung für diesen.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 18.05.2017 berichtet.

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