Zu vermietender Wohnraum (Foto: dpa)

Grüne fordern Leerstandskataster

Christoph Grabenheinrich / Onlinefassung: Rebecca Kaiser   13.03.2017 | 19:50 Uhr

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Markus Tressel hat für das Saarland ein Baulücken- und Leerstandskataster gefordert. Hintergrund ist eine Anfrage der Partei, aus der hervorgeht, dass das Land beim Wohnungsleerstand bundesweit auf einem Spitzenplatz steht und den größten Bevölkerungsrückgang zu verzeichnen hat.

Hinter der ostdeutschen Oberlausitz, die bundesweit den größten Wohnungsleerstand hat, landet das Saarland auf Platz zwei. Neben dem Leerstand verzeichnet das Saarland die größte Abnahme der Siedlungsdichte und einen dementsprechend hohen Rückgang bei den Haushalten. Das belegen aktuelle Zahlen der Bundesregierung. Demnach wird das Saarland bis 2030 noch mehr schrumpfen als in den vergangenen Jahren. Der prognostizierte Bevölkerungsrückgang bis dahin liegt bei 7,7 Prozent.

Video [aktueller bericht, 13.03.2017, Länge: 3:35 Min.]
Bevölkerungsrückgang im Saarland

"Ortskerne veröden"

Trotz dieses Rückgangs hat die versiegelte Fläche im Land aber kontinuierlich zugenommen. Auf immer weniger Menschen kommt somit immer mehr bebaute Fläche. Für die Grünen eine absurde Fehlentwicklung, die gerade zu Lasten des ländlichen Raums und kleinerer Kommunen gehe. Sie fordern deshalb ein Baulücken- und Leerstandskataster.

„Wir bauen ungezügelt immer neue Infrastruktur, auch außerhalb der Ortskerne, für immer weniger Menschen, das sorgt dafür, dass die Ortskerne veröden“, sagte der Grünen-Bundestagsabgeordnete MarkusTressel. Das sorge dafür, dass die Lebensqualität am Ende auch schlechter werde.

Die Zahl der über 60-Jährigen im Saarland wird bis 2030 nochmal um knapp 23 Prozent zunehmen, die Bevölkerung überaltert also. Die Grünen drängen deshalb auf einen neuen Landesentwicklungsplan. Bevor weitere Bebauung an Ortsrändern erlaubt werde, müssten alle Innenentwicklungsmöglichkeiten ausgeschöpft werden.

Flüchtlingszuzug stellt Zukunftsszenarien in Frage

Innenentwicklung vor Außenentwicklung sei ohnehin seit Jahrzehnten gängige Praxis bei der Landesplanung, heißt es aus dem zuständigen Innenministerium. Dort sieht man die Situation generell etwas gelassener. Durch den starken Zustrom von Flüchtlingen müssten alle Zukunftsszenarien in Frage gestellt werden. Derzeit könne man wegen dieser Unwägbarkeiten keine mittelfristig geltenden Regelungen zur Siedlungsentwicklung festlegen.

Artikel mit anderen teilen