Stau auf der Stadtautobahn am Saarbrücker Staden (Foto: Imago/Becker&Bredel)

Kommt die Lärmschutzwand am Staden?

Kai Forst   19.05.2017 | 11:33 Uhr

Der Saarbrücker Staden und die Stadtautobahn - eine Zwangsheirat, mit der niemand glücklich ist. Doch trotz vieler Pläne tut sich seit knapp 20 Jahren nichts in Sachen Lärmschutz. Peter Bauer, SPD-Fraktionschef im Saarbrücker Stadtrat, wirft der Bauverwaltung mangelndes Interesse vor. Der amtierende Bauderzernent will das Thema nun noch einmal angehen.

Viele öffentliche Grünflächen hat das Saarland nicht. Zum Flanieren, Sonnenbaden und Grillen zieht es die meisten Bewohner der Landeshauptstadt bei schönem Wetter an den Staden. Wenn doch nur die gegenüberliegende Stadtautobahn nicht wäre. Lärm und Abgase trüben seit Jahrzehnten die idyllische Stimmung. Und auch, wenn sich politisch im Grunde alle einig sind, dass dagegen etwas getan werden muss, kommt man seit knapp 20 Jahren beim Thema Lärmschutz nicht voran.

"Das wird seit Jahren nur halbherzig gemacht"

Spaziergänger am Saarbrücker Staden (Foto: Imago/Becker&Bredel)
Spaziergänger am Saarbrücker Staden

Für Peter Bauer, Fraktionsschef der SPD im Saarbrücker Stadtrat, ein Unding: „Man ist jetzt schon seit Anfang der 2000er am Thema Lärmschutzwand dran. Aber die Bauverwaltung hat das nie mit dem nötigen Nachdruck verfolgt. Das hat dort offenbar keine Priorität.“ Zwar sei das Ganze technisch nicht einfach, da die Autobahn dem Bund gehöre. Aber genau dort müsse die Verwaltung eben Druck machen. „Das wird seit Jahren nur halbherzig gemacht.“

Nach dem Scheitern der Tunnellösung unter der früheren Bauderzernentin Rena Wandel-Hoefer nun also der nächste Versuch an, den Staden noch attraktiver zu machen. Heiko Lukas, Wandel-Hoefers Nachfolger und seit gut einem Jahr im Amt, will das angehen, was seit fast 20 Jahren immer wieder im Sand verläuft. Gemeinsam mit dem Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) hat er sich zusammengesetzt, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Machbarkeitsstudie, Vorplanung, Konzept

Das Ergebnis: Ein bürokratisches Mammutprojekt steht an. Zunächst müsse eine Machbarkeitsstudie durchgeführt werden, teilte Stadt-Pressesprecher Thomas Blug SR.de mit. „Wenn das Projekt im Anschluss weitergeführt werden soll, muss zunächst ein Fachplaner mit einer Vorplanung beauftragt werden, um ein belastbares Konzept mit einer fundierten Kostenschätzung und Zeitplanung zu erstellen.“ Nur auf Basis einer Vorplanung könnten mit dem Bund als Eigentümer der Autobahn „weitere genehmigungsrechtliche und finanzielle Fragen erörtert“ werden.

Machbarkeitsstudie, Vorplanung, belastbares Konzept - Stadtrat Bauer kann nur mit dem Kopf schütteln, wenn er die Pläne der Verwaltung hört. „Inzwischen gibt es bereits den dritten Zeitplan. Wir hatten schon 2006 ein umfangreiches Verkehrsgutachten. Und was ist daraus geworden? Irgendwann taucht eine Hürde auf und dann bleibt man im Zweifelsfall lieber stehen und macht gar nichts mehr.“ Dennoch ist er „gedämpfter Hoffnung, dass es unter dem dritten Baudezernenten endlich greifbare Ergebnisse in Sachen Lärmschutzwand geben wird. „Ich habe Herrn Lukas gedroht, dass ich erst in Ruhestand gehen werde, wenn die Wand realisiert ist“, schmunzelt der 64-Jährige.

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