Die Garderobe einer Kindertagesstätte (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Im Saarland fehlen Krippenplätze

Eva Lippold   06.12.2017 | 07:01 Uhr

Seit vier Jahren haben Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz für ihr Kind. Und schon vor zehn Jahren hatten Land und Bund die Losung ausgegeben: Für 35 Prozent aller Unter-Dreijährigen müssen im Saarland Krippenplätze geschaffen werden. Doch nur ein Landkreis hat dieses Ziel bisher erreicht, vielerorts hinkt man ihm gewaltig hinterher.

Krippenausbau - Reaktionen aus den Landkreisen
Audio [SR 3, Eva Lippold, 06.12.2017, Länge: 03:13 Min.]
Krippenausbau - Reaktionen aus den Landkreisen

Saarlandweit die Nase vorn beim Krippenausbau hat der Landkreis St. Wendel: Hier liegt die Versorgungsquote bei 38 Prozent. Das heißt: Für 38 von 100 Kindern gibt es einen Krippenplatz. Doch im Landkreis Neunkirchen liegt diese Quote bei gerade einmal 24 Prozent, auch die übrigen vier Landkreise haben das 35-Prozent-Ziel nicht erreicht. Und so fehlen im Saarland etwa 2600 Krippenplätze – trotz eines Rechtsanspruchs der Eltern.

35-Prozent-Ziel soll 2020 erreicht werden

Stand des Krippenausbaus im Saarland
Audio [SR 3, Eva Lippold, 06.12.2017, Länge: 02:24 Min.]
Stand des Krippenausbaus im Saarland

Dabei sind die Bundesmittel des aktuellen Förderprogramms nicht einmal vollständig abgerufen, dabei bekommen selbst hochverschuldete Kommunen für Krippe und Kita Sonderkredite. Doch wo wie viele Plätze geschaffen werden, liegt allein in den Händen der Kreise. Ein landesweites Ausbau-Konzept gibt es nicht. Und wenn Kommunen und Träger nicht mitziehen, habe er keine Handhabe, um den Ausbau voranzubringen, sagt der Landkreis Neunkirchen.

Immerhin: Bis 2020, also mit siebenjähriger Verspätung, wollen alle Landkreise die geforderte Versorgungsquote von 35 Prozent erreicht haben.

Über dieses Thema wurde auch im aktuellen bericht vom 06.12.2017 berichtet.

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