Cyberkriminalität (Foto: dpa)

Gemeinsam gegen Cybercrime

  17.03.2017 | 12:25 Uhr

Das Saarland und Baden-Württemberg wollen künftig gemeinsam gegen die Cyberkriminalität vorgehen. Am Freitag haben die Innenminister beider Länder eine entsprechende Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Ein Schwerpunkt: die verbesserte Aufklärung von Straftaten im Darknet.

Eines ist nach Einschätzung des saarländischen Innenministeriums klar: Bisherige Entwicklungen zeigen, dass Täter im Bereich Cybercrime zunehmend professioneller vorgehen. Sie verfeinern ihre Vorgehensweise und passen sie den aktuellen Gegebenheiten an. Das Gefährdungs- und Schadenspotenzial durch Angriffe auf die Integrität und Sicherheit der Datensysteme steige, so die Bilanz des Ministeriums.

Video [aktueller bericht, 17.03.2017, Länge: 2:33 Min.]
Treffen der Bundesinnenminister in St. Wendel

Den Problemen will das Saarland nun gemeinsam mit Baden-Württemberg begegnen. Konkret umfasst die Kooperationsvereinbarung zum Beispiel die Aus- und Fortbildung sowie eine engere Zusammenarbeit im Rahmen der Ermittlungen. Geplant ist nach Angaben des saarländischen Innenministeriums zum einen die Intensivierung der Zusammenarbeit bei der polizeilichen Spezialfortbildung. Zum anderen soll es künftig einen engeren Erfahrungsaustausch hinsichtlich anlassbezogener Ermittlungen im Darknet geben.

Das Ziel: Bündelung von Kompetenzen

"Die Täter können von überall agieren. Das macht die Arbeit der Sicherheitsbehörden besonders aufwändig und schwierig", so der saarländische Innenminister Klaus Bouillon (CDU). Umso wichtiger sei die Bündelung von Kompetenzen, Wissen und Strategien. Das schaffe einen großen Vorteil für die Bekämpfung der Cyberkriminalität.

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Treffen der Union-Innenminister in St. Wendel
Tagung der Unions-Innenminister im saarländischen St. Wendel. Auf der Themenliste: der Einsatz der Bundeswehr im Innern, die Video-Überwachung und die Einbruchskriminalität. Außerdem: der Umgang mit der Türkei und wahlkämpfenden Politikern. In diesem Punkt gibt es auch innerhalb der Union unterschiedliche Auffassungen.

Der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl betonte die Notwendigkeit von Spezialisten und Spezialtechnik. Den Herausforderungen der Internetkriminalität könne nur begegnet werden, wenn die Sicherheitsbehörden organisatorisch, technisch, personell und strategisch gut aufgestellt seien, so der CDU-Politiker. Zudem müsse die national und international vernetzte Zusammenarbeit weiter ausgebaut werden.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 17.03.2017 berichtet.

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