Modell zum Abpumpen von Grubenwasser (Foto: SR)

Bürgermeister lehnen Grubenflutung ab

  11.01.2018 | 19:20 Uhr

Saarländische Bürgermeister lehnen die Pläne des Bergbau-Konzerns RAG zum Grubenwasser-Anstieg ab. Vor dem Landtagsausschuss für Grubensicherheit äußerten sich die Vertreter aus den von der Flutung betroffenen Kommunen eindeutig negativ. Sie hegen demnach massive Bedenken.

Der Grundtenor der Bürgermeister sei eindeutig kritisch gewesen – fasst der Ausschussvorsitzende Eugen Roth (SPD) zusammen. Die Bürgermeister wünschen sich, dass noch genauer geprüft wird. Neben Kommunalpolitikern sollten auch Interessenverbände wie der Landesverband der Bergbau-Betroffenen (IGAB), die Industrie oder der Entsorgungsverband Saar (EVS) noch gehört werden, fordert der Nalbacher Bürgermeister Peter Lehnert.

Gebiet für Untersuchung ausweiten

Video [aktueller bericht, 11.01.2018, Länge: ab Min. 15:28]
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Sorgen bereitet den Kommunalpolitikern die Gefährdung des Trinkwassers, aber auch die Gefahr von Hebungen und Senkungen. Ein weiterer Wunsch: eine unabhängige Stelle, die aktuell für Fragen rund um den Grubenwasseranstieg zuständig ist.

Dagmar Ensch-Engel von der Linksfraktion reichen die bislang vorliegenden Unterlagen und Gutachten nicht aus, zudem seien die untersuchten Gebiete zu klein. Der Illinger Bürgermeister Amin König (CDU) bemängelt indes, in Natura-2000-Gebieten seien keine Umweltverträglichkeitsprüfungen gemacht worden.

Einwendungen und Petition

Neben insgesamt 55 Trägern öffentlicher Belange haben bereits auch 1.300 Privatpersonen Einwendungen gegen die RAG-Pläne an das Oberbergamt geschickt. Die Frist dafür endet kommenden Montag. Eine Online-Petition des IGAB gegen die Grubenflutung haben bisher gut 4800 Personen unterzeichnet. In der kommenden Woche wird sich zudem der Landtag auf Antrag von CDU und SPD mit dem Grubenwasseranstieg beschäftigen. Saar-Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hatte bei ihrem Neujahrsempfang am Mittwoch eine gründliche Überprüfung des RAG-Vorhabens ohne Zeitdruck angekündigt.

Derzeit werden im Saarland jährlich über 17 Millionen Kubikmeter Wasser aus den Gruben nach oben abgepumpt. Die RAG hat beim Oberbergamt beantragt, Pumpen abzustellen und in einem ersten Schritt das Grubenwasser im Land auf bis zu -320 Meter ansteigen zu lassen. Gegner fürchten massive Folgen für Umwelt, Grundwasser, Gebäude und Infrastruktur wie beispielsweise das Kanalsystem.

Über dieses Thema wurde auch in der Rundschau vom 11.01.2017 berichtet.

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