Außenansicht Schloss Falkenhorst (Foto: SR)

Kleinblittersdorfer Gemeinderat stimmt gegen Bordell

Eva Lippold   28.09.2016 | 06:37 Uhr

Der Gemeinderat von Kleinblittersdorf hat sich am Dienstagabend einstimmig gegen das geplante Bordell im Schloss Falkenhorst ausgesprochen. Ein Einwohnerantrag von knapp 1000 Bürgern hatte den Rat dazu gezwungen, seinen umstrittenen Beschluss vom 11. August zu wiederholen.

Mit 20 Ja-Stimmen und acht Enthaltungen war das Ergebnis eindeutig: Auch der Kleinblittersdorfer Rat will kein Bordell im Schloss Falkenhorst. Der Beschluss, der auf Antrag der Linken und der SPD-Fraktion in geheimer Wahl gefasst wurde, markiert das Ende eines monatelangen Zickzackkurses. Noch im August hatte derselbe Rat grünes Licht für ein Bordell gegeben. Erst ein Einwohnerantrag, der von knapp 1000 Bürgern unterzeichnet worden war, hatte den Rat zu der Neu-Abstimmung gezwungen.

Video [aktueller bericht, 28.09.2016, Länge: 4:07 Min.]
Kleinblittersdorfer Gemeinderat stimmt gegen Bordell

Etwa 450 Bürger waren am Dienstagabend gekommen, die Stimmung im Saal war aufgeladen. Die Ratssitzung, die wegen des enormen Andrangs in eine Sporthalle verlegt worden war, offenbarte vor allem eines: Eine enorme Kluft zwischen dem Gemeinderat und den Bürgern, die er vertritt.

Video [aktueller bericht, 28.09.2016, Länge: 3:15 Min.]
Interview mit Michael Schneider, SR-Reporter

Bordellbetreiber hat Klage eingereicht

Gemeinderat kippt eigene Entscheidung
Audio [SR 3, 28.09.2016, Länge: 2:37 Min.]
Gemeinderat kippt eigene Entscheidung

Letztlich werden jedoch weniger politische als vielmehr baurechtliche Belange darüber entscheiden, ob eine Bordellnutzung im Schloss Falkenhorst zulässig ist. Im nächsten Schritt muss das nun die Untere Bauaufsicht prüfen. Doch das letzte Wort über das geplante Bordell muss vermutlich ein Gericht sprechen: Denn der künftige Bordellbetreiber hat gegen den Beschluss des Rates bereits Klage beim Verwaltungsgericht eingelegt.

Über dieses Thema wurde auch in der Nachrichtensendung von SR 3 Saarlandwelle am 28.09.2016 berichtet.

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