Schulklasse  (Foto: dpa)

SLLV fordert gleiche Bezahlung für alle Lehrer

Rebecca Kaiser / mit Informationen von Julia Berdin   08.06.2016 | 20:40 Uhr

Der Saarländische Lehrerinnen- und Lehrerverband (SLLV) fordert gleiche Bezahlung und Unterrichtsverpflichtung für alle Lehrergruppen. Das Bildungsministerium sieht die Forderungen kritisch. Bei der Umsetzung gebe es gleich mehrere Probleme.

Grundschullehrer liegen in der Besoldungsgruppe A12. Sie erhalten, in Abhängigkeit zu den Dienstjahren, maximal rund 4300 Euro brutto im Monat. Aufstiegsmöglichkeiten durch Funktionsstellen, wie zum Beispiel die Stelle eines Fachbereichsleiters, gibt es nicht, nur Schulleiter oder Konrektoren verdienen mehr. Die Unterrichtsverpflichtung an Grundschulen beträgt ab kommenden Schuljahr 28 Wochenstunden.

Weniger Funktionsstellen an Gemeinschaftsschulen

An Gemeinschaftsschulen unterrichten die Lehrer eine Stunde weniger pro Woche. Dabei starten Hauptschullehrer bei dem Maximalgehalt der Grundschulehrer. Sie können aber noch in andere Besoldungsgruppen aufsteigen. Realsschul- und Gymnasiallehrer starten beide eine Besoldungsgruppe über den Hauptschullehrern, das sind rund 500 Euro mehr zum Berufseinstieg als ein Grundschullehrer maximal verdienen kann.

Lehrer an Gymnasien haben allerdings bessere Chancen auf einen Aufstieg und eine geringere Unterrichtsverpflichtung. Bei den Gemeinschaftsschulen wurde in den vergangenen zwei Jahren zwar eine neue Funktionsstellenstruktur aufgebaut. Die Anzahl der Stellen an Gymnasien ist aber immer noch wesentlich höher.

Mehr als "ein bisschen rechnen und singen"

Das ist ein Ungleichgewicht, was der Saarländische Lehrerinnen- und Lehrerverband gerne beseitigen möchte. Als Grund nennt er dafür die gestiegenen Anforderungen an Grundschullehrer. Diese müssen laut Lisa Brausch, Sprecherin des Verbands, nicht mehr "nur ein bisschen rechnen und singen, sondern professionelle Arbeit leisten. Von der Diagnostik bis zum individuellen Lernen."

Das Bildungsministerium sieht diese Forderungen kritisch. Denn zum einen gebe es rechtliche Probleme, zum anderen unterscheiden sich Länge und Art der Ausbildung. Zudem verweist das Ministerium auf den Korrektur- und Vorbereitungsaufwand, der in den weiterführenden Schulen deutlich größer ist.

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