Eine Familie muss Deutschland verlassen. (Foto: dpa)

220 freiwillige Rückreisen aus dem Saarland

  28.12.2016 | 18:32 Uhr

Die Zahl der Asylbewerber und Migranten, die freiwillig aus Deutschland in ihr Heimatland zurückreisen, hat in diesem Jahr den höchsten Stand seit 16 Jahren erreicht. Vor allem Flüchtlinge aus den Balkanstaaten kommen so oft einer drohenden Abschiebung zuvor. Im Saarland ist die Zahl der Rückkehrer vergleichsweise gering.

Aus dem Saarland sind in diesem Jahr bislang 220 Flüchtlinge freiwillig in ihre Heimat zurückgekehrt. Das hat das Innenministerium auf SR-Anfrage mitgeteilt. Von den 220 Flüchtlingen sind 67 bei ihrer Rückreise finanziell unterstützt worden. Finanzielle Unterstützung bedeutet, dass die Rückreise bezahlt wird. Zudem gibt es bis zu 500 Euro als Startkapital - je nachdem, in welches Land ein Flüchtling zurückkehrt.

Seit November Beratungsstelle für Rückkehrer

Weitere Informationen
Start für Infoprojekt zur freiwilligen Ausreise [14.11.2016]
Im Erstaufnahmelager Lebach ist am Montag das Beratungsprojekt zur freiwilligen Ausreise von Asylbewerbern gestartet. Das Vorhaben soll dazu dienen, erzwungene Rückführungen abgelehnter Asylbewerber zu vermeiden, teilte das Innenministerium mit. Der Saarländische Flüchtlingsrat lehnte das Projekt ab, weil es vor allem dazu diene, Druck auf die Betroffenen aufzubauen.

In Lebach gibt es seit November eine Beratungsstelle für Rückkehrer. Bis Mitte Dezember haben sich dort 38 Flüchtlinge beraten lassen. Die Grünen-Bundesvorsitzende Simone Peter wertet das Angebot positiv. Es sei der richtige Weg, die Menschen zu beraten und zu einer freiwilligen Rückkehr zu bewegen. Der saarländische Flüchtlingsrat geht davon aus, dass diese Ausreisen nicht wirklich freiwillig sind. Vor allem gingen Menschen, die kaum eine Chance auf ein Bleiberecht hätten.

Bundesweit sind in diesem Jahr nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung bislang knapp 55.000 Menschen freiwillig in ihre Heimatländer zurückkehrt. Die meisten davon stammen aus den Balkanstaaten Albanien, Serbien und Kosovo. Die Bundesregierung will die freiwillige Rückkehr noch stärker fördern und im kommenden Jahr ein neues Programm auflegen.


Über dieses Thema berichtete am 28.12.2016 auch der aktuelle bericht.

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