Emmanuel Macron nach der Stimmabgabe am 18.6.2017 (Foto: imago/Xinhua)

Macrons Bündnis erreicht absolute Mehrheit

Mit Informationen von Lisa Huth   19.06.2017 | 06:38 Uhr

Bei der zweiten Runde der Parlamentschaftswahl in Frankreich hat der französische Präsident Emmanuel Macron die absolute Mehrheit erreicht. Nach Zahlen des Innenministeriums kam das Bündnis um Macrons Partei En Marche im zweiten Wahlgang auf 350 der insgesamt 577 Sitze. Die bürgerlichen Rechten und die Sozialisten mussten eine weitere Niederlage einstecken.

Sechs Wochen nach der Präsidentschaftswahl in Frankreich hat Emmanuel Macron sowohl bei der ersten als auch bei der zweiten Runde der Parlamentswahl triumphiert. Seine Bewegung "La République en Marche" und ihre Verbündeten haben die absolute Mehrheit erreicht. Nach Zahlen des Innenministeriums stehen dem Macron-Lager nach dem zweiten Wahlgang 350 der insgesamt 577 Sitze im neuen Parlament zu.

Konservative und Sozialisten mussten herbe Verluste hinnehmen: Die Konservativen kommen auf 137 Sitze, die Sozialisten rutschen auf 45 Sitze ab. Der Front National erhält acht Sitze.

Frust und Freude in Forbach

Parlamentswahl in Frankreich: So wählten unsere direkten Nachbarn
Audio [SR 2, Lisa Huth, 19.06.2017, Länge: 03:34 Min.]
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Im saarländischen Nachbardepartement Moselle haben - nach vorläufigen Ergebnissen – acht von neun En-Marche-Kandidaten einen Sitz im Parlament bekommen. Ein Wahlkreis ging an die konservativen Republikaner. Der Front-National-Kandidat Florian Philippot aus dem Wahlkreis Forbach scheiterte zum dritten Mal innerhalb von fünf Jahren an den Wählern in Forbach und Umgebung und verlor gegen den bis bis vor wenige Wochen noch völlig unbekannten Kandidaten der Präsidentenpartei En Marche, Christophe Arend. Arend hatte mit knapp 57 Prozent den Durchmarsch geschafft. Gegenüber dem SR sagte er, nun müsse er vor allem die Nichtwähler von seiner Politik überzeugen - rund zwei Drittel der Wahlberechtigten im Wahlkreis Forbach waren nicht zur Wahlurne gegangen.

Wahlbeteiligung auf Tiefststand

Das Interesse an der zweiten Runde der Parlamentswahl in Frankreich war noch geringer als eine Woche zuvor: Nur 43 Prozent der Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab. Schon in der ersten Runde war die Wahlbeteiligung so niedrig gewesen wie nie zuvor. Sie lag bei 48,7 Prozent. Macron kam in der ersten Runde auf 32,3 Prozent der Stimmen.

Video [aktueller bericht, 19.06.2017, Länge: 3:45 Min.]
Macrons Bündnis erreicht absolute Mehrheit

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten am 19.06.2017 berichtet.

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