Fische aus der Fischzuchtanlage in Völklingen (Foto: SR)

Offenbar üppige Rentenpläne für Ex-Fischzucht-Chef

Christoph Grabenheinrich   05.04.2017 | 12:21 Uhr

Bei den Völklinger Stadtwerken gibt es neue Ungereimtheiten im Zusammenhang mit der Meeresfischzuchtanlage. Wie der SR aus Kreisen des Aufsichtsrates erfuhr, war dem fristlos gekündigten Geschäftsführer offenbar eine unüblich hohe Altersversorgung zugesagt worden. Das Ganze lief demnach am Aufsichtsrat der Stadtwerke-Holding vorbei.

Laut Vertrag würden Dahm monatlich fast 11.000 Euro als Altersversorgung zustehen. Vereinbart hatte nach SR-Informationen diese – so wörtlich – „exzellente Altersversorgung“ Dahms Vorgänger. Unterschrieben worden sei dies vom Aufsichtsratsvorsitzenden der Völklinger Stadtwerke, Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU).

Video [aktueller bericht, 05.04.2017, Länge: 3:37 Min.]
Wohl üppige Rentenpläne für Ex-Fischzucht-Chef

Lorig selbst soll nach Angaben mehrerer mittlerweile informierter Stadtratsmitglieder bereits eingeräumt haben, dass es ein Fehler gewesen sei, die Verträge nicht vorher juristisch prüfen zu lassen. SPD und Linke im Stadtrat forderten ihn nun dazu auf, als Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke-Holding zurückzutreten. Zudem soll er sämtliche Aufsichtsratsmandate im Konzern ruhen lassen.

Gericht verhandelt Ansprüche

Wegen der fristlosen Kündigung Dahms sowie dessen Rentenansprüche läuft derzeit auch ein Verfahren vor dem Landgericht Saarbrücken. Einen Vergleich, nach dem der Ex-Geschäftsführer ab Sommer dieses Jahres bereits seine Altersbezüge hätte in Anspruch nehmen können, will der Völklinger Stadtrat nach SR-Informationen bei seiner Sitzung am Donnerstag ablehnen. Der Aufsichtsrat hatte dem Stadtgremium Entsprechendes empfohlen.

Video [aktueller bericht, 05.04.2017, Länge: 1:23 Min.]
Kommentar von Roman Bonnaire, SR Fernseh-Chef

Millionen Euro versenkt

Studiogespräch: "Das hat die Stadtwerke eine Menge Geld gekostet"
Audio [SR 3, (c) SR - Karin Mayer / Christoph Grabenheinrich, 05.04.2017, Länge: 04:10 Min.]
Studiogespräch: "Das hat die Stadtwerke eine Menge Geld gekostet"

Im Herbst 2014 hatte der Stadtrat die Kündigung Dahms erwirkt. Hintergrund waren massive wirtschaftliche Probleme bei der kommunalen Fischzucht. Auch Dahms Nachfolger brachte die Anlage nicht auf Spur. 2015 kauften private Investoren den Stadtwerken die Fischzucht ab. Von den 1,9 Millionen Euro Kaufpreis blieben den Stadtwerken nach Abzug von Darlehen und Reparaturen 250.000 Euro. Insgesamt waren für das Projekt Kosten von über 20 Millionen Euro aufgelaufen.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 05.04.2017 berichtet.

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