Tarifverhandlungen im öffentlicher Dienst (Foto: Jochen Lübke, Andreas Gebert, dpa)

Tarifabschluss für öffentlichen Dienst der Länder

Axel Burmeister / mit Informationen von Karin Mayer und dpa   18.02.2017 | 09:12 Uhr

Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder bekommen mehr Geld. Der Tarifkonflikt ist beigelegt. Löhne und Gehälter sollen im kommenden Jahr erneut um 2,35 Prozent steigen.

Neue Streiks an Schulen, Uniklinik oder in der Landesverwaltung sind abgewendet. In der dritten Tarifrunde in Potsdam einigten sich Arbeitgeber und Gewerkschaften am Freitagabend unter anderem auf eine Lohnerhöhung von zwei Prozent, mindestens aber 75 Euro in diesem Jahr. Die Entgelterhöhung falle dadurch für untere Lohngruppen höher aus, betonte Stefan Schorr, der Sprecher des Landesverbands Rheinland-Pfalz-Saarland bei der Gewerkschaft Verdi. Im kommenden Jahr sollen die Löhne und Gehälter erneut um 2,35 Prozent steigen.

SR 3 - Mehr Geld für Beschäftigte im öffentlichen Dienst
Audio [18.02.2016, Länge: 0:54 Min.]
SR 3 - Mehr Geld für Beschäftigte im öffentlichen Dienst

Eine neue Entgeltstufe 6, insbesondere für Lehrer, kommt in zwei Schritten bis zum 1. Oktober 2018. Das bringt den Angaben zufolge im Schnitt 150 Euro mehr. Für die Sozial- und Erziehungsdienste sowie für die Krankenpflege gibt es Gewerkschaftsangaben zufolge ebenfalls einen Ausgleich. Sozialarbeiter erhalten demnach Zulagen von 50 bis 100 Euro. Auszubildende bekommen 2017 und 2018 jeweils 35 Euro zusätzlich, Erzieherinnen und Kita-Leitungen 80 Euro mehr. Bis 2019 soll für diese Bereiche eine neue Entgeltordnung ausgehandelt werden.

Nun sind die Beamten dran

Der Verdi-Landesleiter für Region Rheinland-Pfalz und das Saarland, Michael Blug, bezeichnete den Tarifabschluss als "ein akzeptables Verhandlungsergebnis". Die Gewerkschaftsmitglieder würden nun dazu befragt. Blug rechnet nach eigenem Bekunden dabei mit "einem breiten positiven Votum".

Auch der Landesvorsitzende des Beamtenbunds DBB, Ewald Linn, zeigte sich zufrieden. Die Tarifeinigung sei ein tragfähiger Kompromiss, "weil die Landesbeschäftigten damit den Anschluss an die allgemeine Einkommensentwicklung halten können", erklärte Linn. In einem Schreiben habe der DBB Saar außerdem die Landesregierung bereits dazu aufgefordert, noch vor den Landtagswahlen mit dem DBB die Übertragung des Ergebnisses auf die Landes- und Kommunalbeamten zu vereinbaren.

Verwaltung, Uni, Polizei

Im Saarland profitieren rund 27.000 Landesbedienstete von dem Tarifabschluss. Betroffen sind beispielsweise Mitarbeiter der Universität, der Universitätsklinik, der Ministerien, die Straßenbauverwaltung und Angestellte der Polizei.

Über dieses Thema haben auch die Hörfunknachrichten am 18.02.2017 berichtet.

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